Wie man einem Sechsjährigen Gott erklärt (mit Fußball)

Bild von chipgriffin
Heute ist ein großes Fußballspiel angesetzt. Was könnte besser geeignet sein, um einem ABC-Schützen theologische Fragen zu erklären? Vor allem, weil er auf dem Schulweg unglücklich war. "Heute ist nur Religion. Ich hasse das." Nun, dem Jungen kann geholfen werden. Dachte ich.
Gott sieht ja bekanntlich alles, auch Fußball. Weil mein Kleiner bislang über theologische Fragen nachdenkt, sehr kritisch übeigens, schlug ich ihm vor sich die langweilige Reli-Schulstunde mit einer Frage an die Lehrerin zu versüßen: kann Gott die Nationalmannschaft zum Sieg führen?

Denn bekanntlich kann Gott alles, ist omnipotent. Nun wissen wir aber, dass Gott nicht auf dem Platz steht (mein Sohn kennt die Aufstellung auswendig, und vertraut eher auf Müller und Klose). Wer also bestimmt über Sieg und Niederlage? Die Spieler oder der Herrgott? Oder etwa der Schiri? Danach gefragt tippte mein pragmatischer Filius auf die Spieler, wenn auch etwaszögerlich. Was ich denn dächte, wollte er wissen. Und damit stieß ich an meine Grenzen, wie ich erkennen musste.

"Nun, ich glaube es es so", fing ich an. "Gott kann alles. Aber weil er will, dass wir unser Bestes tun, mischt er sich nicht ein. Er weiß, dass wir nur dann bessere Menschen werden können." Weil das ein bisschen theoretisch ist, bebilderte ich das. "So wie als du kleiner warst. Da hast du mich immer gefragt ob ich dir die Schuhe binde. Das hab ich dann gemacht. Irgendwann bist du dann so groß geworden, dass ich gesagt hab du kannst das selber. Obwohl du gemeckert hast. Weil ich wusste: so wirst du ein besserer Junge."

Klingt gut, oder? Aber irgendwas störte mich, ein nagender Zweifel an meiner Argumentation. "Und kannst du jetzt Schuhe schnüren?"; vergewisserte ich mich.

"Nö, ich hab nur Klettverschlüsse".

Da hilft dann wohl nur noch beten.

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