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Es werden Posts vom März, 2010 angezeigt.

Wann besucht uns das Jugendamt?

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Wann kommt das Jugendamt und holt mich ab? Ehrlich gesagt warte ich fast darauf.
Kommt es? Keine Ahnung. Wahrscheinlich nicht.
Sollte es? Vielleicht.
Gibt es einen Grund? Ich bitte Sie!

Tatsache ist, dass mein kleiner Brainbug heute morgen stolz verkündete "Ich habe gestern Alkohol in der Milch getrunken!" Wie ich ihn kenne schämt er sich nicht, das in der Krippe noch ein paar Mal zu erzählen. Wenn er dann auf die Frage "Wie kam denn Alkohol in die Milch?" wieder antwortet "Hat Papa reingemacht", dann muss ich ich auf den gesunden Menschenverstand unserer Erzieherinnen vertrauen. Oder aber morgen steht jemand vom Jugendamt da und fragt mich wo ich den Baccardi versteckt habe.

(Nur so anbei: ich verstecke ihn nicht; aber ich trinke auch nicht vor meinem Brainbug - nicht aus grundsätzlichen Überlegungen, sondern weil ich meine sieben Sinne beisammen brauche wenn er noch wach ist.)
Wie kommt Brainbug also auf den Gedanken, dass ich die historisch belegte Taktik zu…

Elite-Namen

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what's in a name?
Expertin für Babynamen. So was gibt es. Pamela Redmond Satran ist eine, betreibt eine Website (http://nameberry.com/) und hat eine Liste zu den 50 Top-Elite-Babynamen für 2010 veröffentlicht. Es ist eine US-Liste, aber wer einen Blick reinwirft, wird erkennen, dass die Unterschiede zwischen der Elite hier wie da nicht so groß sind. (Eine Anmerkung: ich zähle mich mal rotzfrech dazu und behaupte, dass meine Vorstadt-Kinderkrippe in der Nähe einer deutschen Weltstadt mit Top-Mietspiegel ein gutes Bild der oberen Mittelschicht wiedergibt, die ja schon immer gerne "Elite" genannt werden wollte und deswegen ihre Kinder elitär benennt. Merkt man auch an der Haarlänge der Kinder, die angeblich auch direkt proportional zum Bildungsabschluss und Einkommen der Eltern sein soll).

Was also sind die Vornamen der kommenden Leistungsträger. Mal sicher nicht Guido, oder? Angela? Eher weniger.

Jungs
1. HENRY
2. FINN
3. OLIVER
4. JAMES
5. ASHER
6. JACK
7. JASPER
8. MAX
9. …

Sie sind gefeuert: Training fürs spätere Leben

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Harter Tag heute für uns. Die Redaktion meiner Frau wird heute gerüchtehalber um 50 % verkleinert. 30 Leute nehmen ihren Hut. Meine Frau ist verständlicherweise besorgt.
Am Frühstücktisch habe ich versucht, sie zu beruhigen, so gut das eben geht. Unser Kleiner hat das mitgekriegt und sich natürlich erkundigt, was los sei und warum Mama unglücklich ist (mit 30 Monaten kriegt er ganz schön viel mit, mittlerweile. Viele existenzielle Themen haben wir schon zum ersten mal durch: Geburt, Tod, wo-kommt-der-Schinken-her-und-was-hat-das-Schweinchen-damit-zu-tun). Ich glaube ich konnte es ihm ein bisschen klar machen, das Thema Arbeit und Geld verdienen kennt er ja schon. Vor allem musste ich ihm die entscheidende Szene ein paar Mal vorspielen, weil sie ihn so interessiert hat.

"Ich bin jetzt der Chef. Und ich sage: Wir haben leider kein Geld. Sie da - sie können hier nicht mehr arbeiten. Sorry. Tschüß"

Unser kleiner Haustyprann hat prompt bewiesen, dass er vorhat, seine Chef-Rolle auch…

Wir Männer sind die besseren Windelwechsler!

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So, jetzt ist es raus. Eine ernstzunehmende, wissenschaftliche Studie beweist es. Männer können beser Windeln wechseln. Und Zelte aufbauen, Karten lesen und Ikea-Bauanleitungen verstehen. Frauen rocken beim Debattieren, SMS schreiben, Bügeln, Reifen wechseln (wat?!?), Kinder anziehen...
Na gut, nicht soooooo ernstzunehmend oder wissenschaftlich, die Studie. Sie ist ein PR-Stunt. Es wurde getestet, wer in 3 Minuten welche Aufgaben schneller/besser erfüllen konnte. Kurz gesagt waren die Männer im Vorteil wo es a) um die räumliche Wahrnehmenung ging oder b) es nicht 100% perfekt sein musste.
Das kann ich beides bestätigen, und meine Frau, oh ja, die auch.Spaß beiseite. Ich habe schon Windeln gewechselt als meine Frau noch in der Grundschule war. Klaro hab ich einen Vorsprung; ich hab einfach mehr Übung. Und das räumliche Wahrnehmungsvermögen spielt hier auch stark mit rein. Um abzuschätzen wo ich den wild strampelden Fuß von Brainbug einfange, damit ich ihn endlich wieder zurück in die Str…

Bekommen Babys Traumata durch Sachen, die sie nicht verstehen?

Ein weiterer trauriger Fall (ich habs mit den traurigen Geschichtem zu Zeit. Vielleicht hätte ich mal mit meinem Therapeuten drüber reden sollen, vor seinem tragischen Unfall.) hat die guten Leute von slate.com zu einem interessanten Explainer motiviert:
Können Babys traumatisiert werden von Dingen, die sie nicht verstehen?
In diesem Fall wurden die Eltern eines 7 Monate alten Mädchens von der Drogenmafia erschossen. In einer comicbuchwürdigen Wendung des Schicksals überlebte das Kind den Angriff auf die Eltern unbeschadet auf dem Rücksicht ihres Autos, musste aber mit ansehen, wie Mama und Papa spektakulär, blutig und laut ums Leben kamen.
Ich hätte ja gedacht, dass ein so junges Kind diese Katastophe nicht versteht und gut wegsteckt. Aber anscheinend sind die Aussichten nicht ganz so rosig. Die befragten Experten bei slate.com geben zu bedenken, dass auch ein Säugling viel von dem versteht, was hier passiert ist - Lärm, Aufregung, Schmerzensschreie, die verzerrten Gesichter seiner Elte…

Virtuelle Kinder schreien nicht

Schon wieder so ein Fall: vorgestern blogge ich über eine traurige Geschichte, heute wird sie sogar noch getoppt. Diesmal sind es nicht verblendete Eltern, die ihrem Kind aus Überzeugungsgründen medizinische Versorgung verweigern. Heute sind es zwei, nun, man muss annehmen zwei arbeitslose, planlose Menschen. CNN und slate.com zitieren koreanische Behörden, dass sich die beiden online kennengelernt haben, offline gepoppt, empfangen und entbunden hätten. Sie waren deprimiert von ihrer Situation, und versuchten dem Gefühl durch ein Onlinespiel zu entkommen, in dem sie - jetzt kommts - ein viruelles Kind aufzuogen. Das echte Kind ließen sie nebenbei verhungern.
Wenn es nicht so tragisch wäre, müsste man darüber lachen. Comedy equals tragedy plus time, aber das hier ist erst vor wenigen Monaten passiert.
Medienpessimismus macht sich breit, der Eskapismus mithilfe von digitalen interaktiven Medien wird vor allem in dem Slate-Text angeprangert. Da mag was dran sein. Mir fällt aber was anderes…

Eine traurige Geschichte und die Frage nach der Verantwortung

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Das ist mal eine traurige Geschichte: ein 16-jähriger stirbt an einer Krankheit, eine Lappalie, die leicht hätte behandelt werden können. Seine Eltern sind mit ihm nicht zum Arzt gegangen, weil ihre religiösen Überzeugungen es verbieten.
Vor kurzem war auch ihre Enkelin verstorben, unter ähnlichen Umständen.
Vornweg: ich finde Religion gut, ich finde Schulmedizin gut, ich bin der Meinung die Eltern hätten das Kind zum Arzt bringen sollen. Es vermute es ist einfach nur Dummheit auf vielen Ebenen, die zu diesem Drama geführt hat.
Aber: wenn ich mir ansehe, wie ich meinen Sohn erziehe (naja, es versuche), und wie ich mir Mühe gebe ihn zu aufwachsen zu lassen wie ich es für richtig halte...
...und wie ich versuche mir nicht zu viel dreinreden zu lassen von anderen, die nicht zur Familie oder Freunden gehören...
Da sind wir schon am Kern des Problems. Ich will das Beste für meinen Sohn. ich lasse ihn Rockmusik hören, verstecke mich nicht im Keller um mal ein Bier zu trinken, koche nicht vegetar…