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Es werden Posts vom 2014 angezeigt.

Trifle (Blogparade: Weihnachtsliebe)

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Weihnachten ist anstrengend. Der Baum muss geschmückt werden. Die Siebenjährige muss abwechselnd davon abgehalten werden ihn vor Begeisterung umzuschmeißen und im nächsten Moment gelangweilt die Kristbaumkugel fallen zu lassen und wii spielen zu gehen. Die Nachbarskinder kommen vorbei, alle sechs, und helfen. Oder wollen geholfen werden. Dann rennen sie wieder davon, unsere Beiden im Schlepptau, und ich muss auf die Straße rennen um aufzupassen dass sie nicht auf ihren Bobbycars vom Audicar des Nachbarn überfahren werden. Erinnert ihr euch noch an die Zeit, wo sie Schlitten fahren gingen?
Ich auch nicht. Aber auch keine Zeit zum Nachdenken. Irgendwann muss ich heimlich Geschenke verpacken (ich weiß, früh dran), die leeren Adventskaldender wegräumen (in wenigen Stunden haben wir mehr als genug Müll im Haus). Ich träume vom Urlaub vor 12 Jahren, als meine Frau und ich alleine in Florida unterwegs waren, und der Gipfel unserer Feierlichkeit in einer Kerze im Zelt bestand. Wir haben in d…

Eltern+Kind+Smartphone=Notaufnahme

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Ich liebe mein Smartphone. Noch viel mehr liebe ich meine Kinder. Wie sich zeigt, verträgt sich das nicht miteinander. Die Zahl der Kinder, die in der Notaufnahme aufschlagen, steigt. Und zwar mit dem Aufkommen der Smartphones, wie eine Analyse der Statistik zeigt. Um 10 Prozent nahm die Zahl der Notfälle zu, seit 2005 die ersten Geräte aufkamen. Der Anstieg lässt sich sehr gut beobachten in Gemeinden, die 3G-Netze bekamen. Sobald die neue Datenwelt den Eltern offen stand, hatten sie offenbar kein so sorgsames Auge mehr auf ihren Nachwuchs. Der fiel vom Klettergerüst, stolperte über eine Katze, rummste mit dem Bobbycar gegen einen Tisch mit riskant hochgelagerter Blumenvase... ihr kennt das. Böse Eltern. Oder nicht?

Fernbus mit Kind. Eine Alternative für den muskulären, nervenstarken Papa

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Eltern müssen manchmal aufs Geld schauen. Gerade bei Reisen. Außerdem brauchen wir die Hände frei, wenn wir unsere Kleinkinder vier Stunden lang zwischen Nürnberg und Hannover bespaßen müssen. Ich fahre deswegen nicht gerne alleine mit dem Auto, wenn ich meine beiden Kleinen dabei habe. Zugfahren ist teuer und umständlich, Flüge lohnen sich eigentlich innerdeutsch kaum. Fernbusse werden aber immer beliebter, es gibt eine gute Auswahl an Anbietern und Strecken. Aber sind sie kindertauglich? Ich habe es mit Flixbus und dem IC Bus der DB ausprobiert. Es war anstrengend. Aber eigentlich eine gute Alternative.

Social Freezing gibt mir mehr Zeit mit meinen Kindern. Wenn ich reich bin.

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Apple und Facebook bieten ihren Mitarbeiterinnen an, die Kinder später zu machen. Durch das Einfrieren von Eizellen. Die Karriere kann so zuerst kommen, wenn die Frau es so wünscht. Das ist toll für Männer: wenn die Karrierchancen und damit die Gehälter gerechter verteilt sind, ist der Druck nicht mehr so groß, dass der Mann im Haus 40 plus X Wochenstunden arbeitet. Er kann - ich kann - Teilzeitpapa werden. Das ist ein Gewinn für alle Beteiligten. Solange sie reich sind. Denn einer Aldi-Angestellten zahlt das natürlich keiner.

One Lovely Blog Award

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"Hol's Stöckchen" ruft mir @zwillingswelten zu. Ein Kettenbrief in XXL - 15 Leute soll ich nominieren. Im Leben kriege ich das nicht zusammen, ohne die Hälfte, ach was, drei Viertel Blogger erwischen, die schon mal dran waren. Sieben Geheimnisse verraten. Das krieg ich hin. Bedanken darf ich mich bei Zwillingswelten. Auch easy. Danke schön. Immer gerne, und gerne gelesen, was du geschrieben hast. Keyboarder bist du? Meine eigenen Gedanken dazu, wer in der Band die Frauen abkriegt folgen.

Eltern im Cockpit: wie kommt man aus dem Helikopter?

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Vielleicht sind Väter von Natur aus besser geeignet, mit ihrer Rolle als Eltern im 21. Jahrhundert klar zu kommen. Warum? Weil Männer tendenziell weniger zu Selbstzweifeln neigen. Und Zweifel sind die Schattenseite des Helikopter-Parenting, und diese übertriebene Rundumfürsorge ist die typische Erziehung im 21. Jahrhundert. Das tut den Kindern nichts böses (trotz aller Unkenrufe, wir züchteten eine Generation von Egoisten -  dieser Vorwurf ist so als wie die Menschheit). Aber Eltern machen sich damit fertig. Die Frage bleibt aber: sind Frauen davon mehr betroffen?

Rezension: Mommy. Wie weit müssen wir für unsere Kinder gehen?

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Wie weit müssen wir für unsere Kinder gehen? Wie viel für sie aufgeben? Gibt es einen Punkt, wo wie Eltern aufgeben, erkennen müssen: ich kann es nicht. Mein Kind ist eine Gefahr für sich, für mich, für andere. Eine Frage ohne Antwort. "Mommy", der kanadische Oscar-Favorit für 2014 (Filmstart hier im November) stellt sie uns. Auf filmerisch fantastische Art. Wer keine Angst hat vor schwierigen Fragen und drei atemberaubend gute Schauspieler sehen will, für den ist dieser Film eine dringende Empfehlung.

#heforshe sollte für meinen Sohn und meine Tochter selbstverständlich sein

Emma Watson hat mich zu HeForShe eingeladen. Wie könnte ich da widersprechen. Zumal das meiste, was sie in ihrer UN-Rede sagt Sinn ergibt. In einem Maße sogar, dass ich mich fast wundere, dass es nötig ist davon zu reden. Aber nur fast: die Welt ist ja offensichtlich noch sehr weit von einer Gleichbehandlung der Geschlechter entfernt. Als Vater eines Sohnes und einer Tochter versuche ich, den beiden eine aufgeklärtere Sichtweise zu vermitteln, und vorzuleben. Was nicht einfach ist: Frau Watson selber sagt ja "Ich habe gesehen, wie die Gesellschaft die Elternrolle meines Vaters Rolle geringer wertet." Was mich zu einem kleinen Nebengedanken zur Frage der Gehältergerechtigkeit verführt hat: Väter kriegen nämlich statistisch gesehen mehr Geld. Und das ist ungerecht auch den Männern gegenüber.

Mit Kindern in Sussex, UK: trotz Regen ein toller Trip

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Ich kann beschauliche Urlaube genau so wenig leiden wie All Inclusive Strandlangeweile. Ich will etwas unternehmen. Deswegen habe ich mich auf Sussex gefreut: ein Blick auf die Karte (oder in family4travels Blog) zeigt mehr Ausflugs-, Wander-, Erlebnis- und Spaßziele als man mit einem Jahresurlaub abdecken kann. Deswegen haben mein ABC-Schütze und ich eine Scouting-Mission gestartet und die Gegend zwischen Brighton, Hastings und London in einem Kurzurlaub auf Familientauglichkeit getestet. Unser Ergebnis war einstimmig: nächstes Jahr wieder. Trotz Motorölgestank in der "HMS Belfast", der dem Kleinen zusetzte, und den Preisen, die mich schlucken ließen. Ein paar Tipps, wie es preiswerter geht, will ich nicht vorenthalten.

Unschuldig, unanständig: was treibt mein Kind da?

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Kleinkinder sind per Definition unschuldig. Ich habe deswegen eine Weile gebraucht, bis mir der Verdacht kam: was meine kleine Tochter da macht, ist ein bisschen unanständig. Geradezu peinlich, weil sie sich dafür mit Vorliebe auf Leute drauf legt. Zum Beispiel auf mich. Ja, die Rede ist vom Masturbieren. Ich habe nicht schlecht gestaunt. Und jetzt überlege ich, was ich tun soll.

Neue alberne Erkenntnisse, wie man Kinder zu Gemüse überredet

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Ich wette meine Tochter ist genau wie eure Kinder. Wiener gehen immer. Nudeln manchmal, Obst und Gemüse selten. Viel zu selten für meinen Geschmack. Ich will doch ein gesundes Kind. Deswegen spitze ich die Ohren, wenn es um die Essgewohnheiten von Kindern geht. Zwei relevante Ergebnisse aus letzter Zeit: die Lust zur Abwechslung fängt früh an, und wenn sie auch nur aus zweiter Hand (ähm, eigentlich "Brust") geschieht. Und: actionreiches TV hilft (vielleicht).

Feldversuch: bin ich noch Party-tauglich?

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So ab 30 hat es angefangen, dass meine Freunde meinten "Wir sind ja nicht mehr so jung", und ihre Wochenenden vor dem Fernseher verbrachten statt im Club. Als dann die Kinder kamen, war es ganz aus. Mich hat das nie überzeugt: so alt sind wir doch nicht, oder? Jetzt hatte ich zwei Wochen sturmfrei. Ein Junggesellenabschied, ein Geburtstag und eine Hochzeit standen an. Die perfekte Gelegenheit für einen Feldversuch: können Papa und Mama noch Party feiern? Ich berichte von meinen Erfahrungen - so weit ich mich noch erinnern kann.

Sonderregeln Fußball für Väter

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Ihr denkt ihr kennt Fußball? Weit gefehlt - der Lieblingssport des Y-Chromosoms hat mehr Feinheiten, als man denkt. Vor allem Väter müssen eine Menge dazulernen, wenn sie zehn Jahre nach ihrer Vereinskarriere bei Eintracht Anderbach mit ihrem Sohn auf den Platz gehen. Es gibt ein geheimes Zusatz-Regelwerk, das kein Kinderloser kennt. Hier wird es geleakt.

So ist der neue Vater, laut der Werbung

Werbung ist spannend: sie zeigt uns, was wir über uns selber denken. Werbe-Kreative versuchen immer, uns eine Figur als Vorbild zu präsentieren, von der wir sagen: "Hey, so cool bin ich auch." Und diese Figur verwendet natürlich zufällig das beworbene Produkt. Siehe diesen Spot. Wenn sich die Werbung an Eltern richtet, kann das geradezu aufdringlich sentimental werden.(Siehe die Nivea-Spots). Oder sexistisch. Der neuste TV-Blick in unsere Papa-Seele zeigt uns anders: aktiv, cool, aber immer noch ein wenig haushaltsfaul. Es wird also.

Rezension: Die Karte meiner Träume (The Young And Prodigious T.S. Spivet)

Cool. Ein Kinderstar, der mich nicht sofort nervt. Obwohl er einen Wunderknaben spielt. Take that, Anakin. Zudem in einem sehenswerten Film, der an "Big Fish" erinnert. Da kann doch eigentlich nichts mehr schief gehen. Und wer ist das in der weiblichen Nebenrolle? Helene Bonham Carter. Holt meinen Popcornbecher, ich hab zu tun. Auch wenn es nicht direkt ein Film für Kinder ist.

Ein Vater. Keine Kinder.

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Mir gehts nicht gut heute. Den Kleinen auch nicht - die Prinzessin hatte eine schlechte Nacht, der ABC-Schütze ist furchtbar emotional. Es ist die Aufregung vor dem großen Urlaub. In der Krippe erzählt die Pinke Fetischistin davon, dass sie schwimmen wird, wie ein Fisch, dabei nicht weinen. Und erklärt, wer alles mitkommt. "Papa nicht. Papa Arbeit." Womit sie Recht hat - leider, denn obwohl das Reiseziel mich kalt lässt kann ich nicht glauben, das ich die freien Tage genießen werde. Was zum Teufel ist da nur schief gelaufen?

Nur Mut: Freiheit oder Verwahrlosung von Kindern

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In den USA ist eine Alleinerziehende verhaftet worden, ihre neunjährige Tochter dem Jugendamt übergeben. Der Grund: die berufstätige Mutter hat ihrem Kind ein Handy in die Hand gedrückt und es den Tag über in den Park geschickt. Am dritten Tag in Folge wurde es von besorgten Mitmenschen angesprochen und die Mühlen des Gesetzes kamen in Gang. Was wir ein extremes (und extrem dummes) Beispiel klingt, ist ein Zeichen einer Entwicklung, die auch hierzulande passiert. Kinder dürfen nicht mehr frei sein. Aber auch: Kinder werden beschützt. Zwei Seiten einer Medaille, die gerade uns Eltern zur Verzweiflung treiben kann.

Wie man einem Sechsjährigen Gott erklärt (mit Fußball)

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Heute ist ein großes Fußballspiel angesetzt. Was könnte besser geeignet sein, um einem ABC-Schützen theologische Fragen zu erklären? Vor allem, weil er auf dem Schulweg unglücklich war. "Heute ist nur Religion. Ich hasse das." Nun, dem Jungen kann geholfen werden. Dachte ich.

Wie deutsch kann man sein? Urlaub mit dem Auto in Italien

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Es ist WM-Zeit, und wir fühlten, dass wir unser Deutschtum symbolisch bekräftigen müssen. Also haben wir die Kinder ins Auto gepackt und sind mit dem Auto über den Brenner gefahren, um Badeurlaub zu machen. In einem Club-artigen Campingplatz mit Kinderdisko und Public Viewing. Jetzt kann ich tanzen, kenne holländische Fußballlieder und weiß, wie auf Italiens Autobahnen gefahren wird. Zehn andere Beobachtungen aus der deutschen Urlaubskolonie:

Kunstmuseum mit K wie Kind

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Kunst kommt vom Kind. Wenn sie für Erwachsene wäre, hieße sie Eunst. Aber wer auf Krawall gebürstet ist, soll mal versuchen sein Krabbelkind in ein ernstes Museum mitzunehmen. Ich behaupte: es ist der einzig wahre und beste Weg, Kunst zu erleben. Die Wärter behaupten: sie dürfen hier keinen Apfel essen.

Danke, Nivea. Aber Philips kann den Vatertags-Spot besser.

Showdown. Zwei deutsche Traditionsmarken versuchen sich 2014 am Vatertagsspot für den neuen Mann. Wer gewinnt? Ist es Nivea, die (nach Protesten) ihrem zuckersüßen Blondschopf auf der Weihnachtswerbung einen Vater gegönnt haben, oder Philips, die mit ihren Rasierersegment den Kunden Mann wahrscheinlich besser kennen als die Fettcrememischer? Hier gibts den Vergleich, und die Siegerehrung gleich dazu.

Werbung zum Muttertag zielt aufs Herz.

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Liebe Mamis, habt ihr Sonntag vor Rührung ein paar Tränen verdrückt? Ich wünsche es euch. Ein klein bisschen arbeiten Papas ja daran mit, dass die Kindergarten-Werke und Wachsmalstift-Krakeleien neben Blumenstrauß und Kaffee ans Bett wohlbehalten ankommen. Alle Eltern verstehen an diesem Tag besser, was sie an der eigenen Mutter (und dem eigenen Vater) hatten. Der Job ist anspruchsvoller, als man aus der Froschperspektive geglaubt hat. Wenn es nicht verstecktes Selbstlob wäre, würde ich sagen: Wow, Mama. Coole Nummer. Eltern haben es nicht leicht. Meine Zurückhaltung täte anderen ganz gut, die eigentlich nichts verloren haben am Muttertagsfrühstücksbett: Firmen wie Nivea oder Procter&Gamble, die keine Gelegenheit auslassen, auf Mamas Tränendrüse zu drücken. Denn mit Emotionen verkauft man Seife und Babyöl. Das ist mittlerweile ein beliebtes Werbemuster, und Schuld daran sind nicht zuletzt die sozialen Medien.Gemeckert habe ich darüber schon öfter: Nivea hat zum Muttertag letztes …

Rezension: Lego (The Lego Movie) - alles super

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Als Papa habe ich ein zwiespältiges Verhältnis mit Lego. Tolles Spielzeug, blöder Bodenbelag. Nervig zum Aufräumen, toll um beide Kinder trotz Altersunterschied gleichzeitig zu bespaßen. Natürlich bin ich mit eckigen Plastiksteinen groß geworden. Will ich mir deswegen einen Marketing-Film des Konzerns anschauen? Jein. Naja, eigentlich schon. Also habe ich meine zynische Brille aufgesetzt und mir "Lego" angeschaut. Gut so. Sonst hätte ich den besten Film 2014 verpasst.

Mehr oder weniger die ganze Handlung ist im kurzen Trailer schon zusammengefasst. Emmit ist ein typischer Großstadtbewohner. So typisch, dass er als das langweiligste Lego-Männchen aller Zeiten gelten darf. Er folgt streng allen Anweisungen (und wir Lego-Opfer wissen, wie umfangreich die sein können). Irgendwann wird er in eine Verschwörung verstrickt, die ganze (Lego)-Welt schockzufrosten. Die Widerstandsbewegung (die sich schon jetzt den Anweisungen widersetzt) sieht in Emmit den Auserwählten und retten ihn …

Inka - Könige der Anden im Lokschuppen Rosenheim

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Hand aufs Herz: Wer weiß aus dem Stegreif wer die Inkas waren? Die mit den Pyradmiden, oder die mit der gefiederten Schlangengottheit? Beides falsch. Das waren Azteken und Maya. Zeit für einen Besuch in Rosenheim, wo bis Ende 2014 eine großartige Ausstellung einen Einblick in diese Hochkultur Südamerikas gibt. Am Rande: das sind die mit den Lamas.

Fille Fatale

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Mein Sohn ist super-jungsmäßig unterwegs, vom Raufen über Star Wars bis hin zur Sammel/Tausch-Leidenschaft. Meine Tochter ist die totale Prinzessin, eine kleine Zicke und Charmeurin. Nach fünf Jahren, in denen ich Vater nur eines Jungen war (und Onkel von drei weiteren) ist das eine überraschende Abwechslung. Bisher ging der Weg aus dem Haus ungefähr so:

"Schatz, komm' zieh deine Jacke an."
"Nein."
"Doch. Komm, ein Arm, dann der andere Arm."
(Jacke angezogen)

Das war einmal. Heute spielt der Sohn, ABC-Schütze, gelangweilt mit seinen Star Wars-Karten und vertreibt sich die Zeit, während sich das hier abspielt:

Mutterlose Familien, moralfreie Werbung

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Nivea hat sich letztes Jahr unbeliebt gemacht mit Spots, die eine glückliche Familie ohne Papa zeigten. Viele regten sich darüber auf. In den USA hat sich Honey Maids eine Scheibe Creme abgeschnitten und auf ihre Cracker geschmiert: in "This is wholesome" zeigen sie glückliche neue Familienkonzepte. Natürlich haben sie einen Shitstorm geerntet, als sie schwule Väter zeigten. Und werden sich die Hände gerieben haben. So viel schöne Aufmerksamkeit. Wir sollten aufhören, uns von der Masche trollen zu lassen.


Rezension: A Long Way Down

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Wollten wir nicht alle schon mal Schluss machen? Vom Dach springen, eine Überdosis schlucken, einen Abschiedsbrief auf dem Brückengeländer hinterlassen? Nicht? Keine Widerrede. "A Long Way Down" (Kinostart am 3.4.) basiert darauf, dass wir alle unseren Inneren Lemming persönlich kennen. Wenn nicht, dann hilft der Besuch des Films. Danach will man sich vielleicht doch aus dem Jammertal Erde befreien. Oder zumindest dem Kino.

Moderne Erziehung, auch iPad genannt

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Hand aufs Herz: wir alle lassen unser Kinder Tablets und Smartphones verwenden. Alle mal die Hand heben, die sich schon mal gefragt haben,ob das schlau ist. Jetzt Hände wieder auf den Bildschirm zum Scrollen. Das war unsere tägliche Fitnessstunde.
Die Wahrheit ist, dass unsere Kinder mit mobilen Computern aufwachsen, so wie wir mit dem Fernsehen aufgewachsen sind. Unsere Eltern haben sich die Haare gerauft deswegen. Es hat nichts geholfen. Hat es geschadet? Uh, keine Ahnung. Es hat dem konstanten Anstieg der IQ-Werte über die Jahre keinen Abbruch getan. Aber wie wird die Zukunft der iPad-Nutzung unserer Kinder aussehen? Es gibt ein nettes Beispiel und viele dumme.



Guglhupf-Battle: der sportliche Ehrgeiz, Männer und der Kuchen

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Ein langgezogenes Heulen gellt durch das Haus. Doch der Protestschrei kommt nicht wie üblich von der zweijährigen Prinzessin, und auch nicht von ihrem großen Bruder. Nein, es ist paparockt selber, der frustriert vor der Küchenspüle steht. Er blickt entgeistert auf die schaumgefüllte Teigschüssel, die dort eingeweicht wird um später geputzt zu werden.
"Die war doch noch nicht ausgeleckt!"
"Stell dich nicht so an! Woher soll ich das wissen?", wehrt sich Mama.
"Ich hab extra einen Teig ohne Ei gewählt!"
"Macht euren Kuchen doch alleine", schimpft die ordnungsliebende Mutter und zieht sich aus dem Backbetrieb zurück, um von der Kommentatorenbank weiter ihren nützlichen Beitrag zu leisten. Das soll auch so sein: diese Gugelhupf-Battle ist schließlich ein Bake-Off der Väterblogger DADDYlicious, linsensicht und DerPapaOnline, organisiert und gefördert von Tschibo. Stimmt jetzt und hier für uns ab!
Vor dieser Herausforderung muss natürlich was besonder…

Mein Freund wird Vater, und er stirbt

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Es gibt Geschichten im Leben, die weder in Literatur noch im Kino so eindringlich geschildert werden könnten. Wenn wir ihnen begegnen, stoßen sie uns vor den Kopf. Mich bringt eine lapidare Nachricht meines Jugend- und Musikerfreundes ins tiefste Grübeln über mein Leben, meine Rolle als Vater und wie viel Glück ich habe.
Die Nachricht war "ich fang jetzt meine Chemo an".

"Kann ich die Butter?" reicht.

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Ich muss aufpassen: für ein paar Tage bin ich fast zum alten Mann geworden, zum echten Erwachsenen. Ich wollte über die unnütze Jugend schimpfen und über ihren Sprachgebrauch. Zum Glück habe ich mich ertappt, gelächelt und nach dem drölften Anlauf nicht auf meines Sohnes Frage "Kann ich die Butter?" gewitzelt "Was - stampfen, wegbingen, dich reinsetzen?". Andere tun sich damit schwer. Ich fühle mich verjüngt. Aber irgendwie schmutzig. Arme Verben, einfach so aus der Frage verbannt. Aber die Wahrheit ist: sie sind hier überflüssig. Ich war nur zu verkalkt, das einzusehen.

Gewalt im Alltag mit Kindern

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Ich habe ein Bisschen Angst vor dem Sommer. Ich glaube er wird ziemlich rabiat. Das liegt einerseits daran, dass meine Kleine in die Terrible Twos kommt - das gewaltätigste Alter im menschlichen Leben. Zweitens ist ihr großer Bruder ein rauflustiger Erstklässler (siehe ein paar Überlegungen ob man das akzeptieren muss oder nicht hier.) Drittens ist eines unserer Nachbarskinder gerade in einer schwierigen Phase. Er ist groß gewachsen für sein Alter, aber nicht sehr entwickelt. Er erfindet noch mal ein Dutzend "Gründe, warum mein Kind ausflippt". Das kann hässlich enden. Und im Sommer ist die ganze Nachbarschaft eine sehr schöne, offene Spielwiese. Ein Dutzend Kinder, 200 Quadratmeter Gärten, Familien die sich ausgesprochen gut verstehen. Ich seh mich schon mit gespitzten Ohren im Garten stehen, nervös lauschend aus welcher Richtung der nächste Zornesschrei kommt.