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Es werden Posts vom September, 2011 angezeigt.

Wer teilt an St. Martin das Essen

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Schwierige Frage: was tun wir an St. Martinstag mit den nicht christlichen Kindern im Kindergarten. Besonders denen, die aus religiösen Gründen keine Wienerwurst essen dürfen?
Die Debatte gab es schonmal, in der Krippe. Dort hatte ein muslemisches Elternpaar angefragt, ob Schweinefleisch nicht aus dem Essen verbannt werden könne. Sie argumentierten, dass ihr Kind sich ausgegerenzt fühle, wenn es immer eine Extraportion bekommt.
Es gab eine Abstimmung, die ziemlich vorhersehbar ausfiel. 22 "Nein", 1 Enthaltung, 1 "Ja".

Jetzt, zwei Jahre später, geht es um die Wurst. Der St.Martinsumzug (an und für sich schon schwierig zu sekularisieren) endet beim großen Wienerwursttopf, dessen Inhalt zwei Zwecke erfüllt: erstens wärmen sich die Teilnehmer auf (St. Martin hat schließlich nur zwei Hälften an seinem Mantel, und die sind beide schon vergeben), zum anderen kommen die Einnahmen aus dem Wurstverkauf dem Kindergarten zugute.
So weit, so schön. Nun gibt es ein paar muslimi…

Wer zu spät in die Schule kommt, den bestraft das Leben

Noch sind wir nicht so weit, dass unser Brainbug in die Schule müsste. Ein Jahr bleibt noch. Außer wir halten ihn zurück, lassen ihn ein Jahr später einschulen. Das ist möglich - im Bekanntenkreis und KiGa gibt es zwei solche Fälle. Einmal Katja, die emotionale/soziale Probleme hatte, und einmal Pavel, dessen Deutsch noch nicht so gut ist.

Eltern von Elitekindern machen sich eher Gedanken darüber, wie sie ihre Sprößlinge effektiv gefördert kriegen, welche Zusatzkurse sich wo belegen lassen. So früh wie möglich, behauptet der Spiegel, und fügt hinzu, dass das Unsinn ist. Dass Kinder Liebe brauchen, ordentliche Verhältniss und kein Fernsehen. Nicht zum ersten Mal klingt der Deutschen Nachrichtenmagazin nach Generation Opa. Aber das nur nebenbei.
Das spätere Einschulen hat in den USA einen Namen: "Redshirting", nach einer obskuren Praxis aus dem Leistungssport. Mann mus kein Football spielen, um die vemeintlichen Vorteile zu sehen. Ältere Kinder haben einen Vorteil gegenüber de…

Testosteron macht die Presse dumm

Testosteron ist als Thema für Journalisten so wie Süßigkeiten für Kinder. Sie können nicht davon lassen. Es ist aber auch zu verlockend: Sex, Muskeln, Machotum, Geschlechterkrieg, alles ist mit drin (wir reden jetzt von den Journos, offensichtlich). Da kann es schon mal passieren, dass man eine trockene Wissenschaftsmeldung mit Relevanz aufpeppt.
Ich bin da nicht unschuldig. Mit meinen Posts "Väter, Hormone, Rote Autos und die Mehrweiberei", "Testosteron Teil 2: Geld, Risiko und Schmerzen", "Tipp für naive Frauen: Männer lecken hilft" oder "Machen Mamas Hormone sie rassistisch?" hab ich viel Spaß gehabt, indem ich gnadenlos übertrieben und frei assoziiert hab. Ich darf das, ich bin Blogger (und mache aus meinem hohen Albernheitsfaktor auf keine Hehl).
Es ist was anderes, wenn die traditionelle Presse das macht. "Vom Macho zum Softie. [...] Das Hormon spielt eine Rolle dabei, wie Männer sich bei der Partnersuche und als Väter verhalten." …

Meine Schuld als Papa

Heute nur eine kurze Übersetzung aus dem Englischen. Devon Corneal hat auf huffingtonpost eine lange Liste von Sachen zusammengestellt, für die sie sich als Mutter schuldig fühlt. Ihr Credo: Elternsein bedeutet Schuldgefühle zu haben. Sie geht ganz locker damit um, und ich empfehle das ebenfalls. Ich kann so ziemlich jeden einzelnen Punkt hier nachvollziehen (na gut, der mit den Schwangerschaftspillen natürlich nicht. Und der Chardonnay.) und es geht mir ähnlich. Aber dass ich mir sozusagen selber im Nacken sitze sollte doch ein gutes Zeichen sein, nicht? Ohne weitere Vorrede nun: wofür Mama sich heute schuldig fühlt:
1) Ich habe meinen Sohn einen Keks essen lassen, obwohl er davor sein Abendessen kaum angeschaut hat.
2) ...und der Keks war weder selbstgemacht noch Bio.

Forschung liefert (kaum) Munition im Kampf um den Nachmittagsschlaf

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Neulich hat Opa meinen Sohn mit einem blauen Auge nach Hause gebracht. Wohlgemerkt: die Blessur hatte nicht etwa das Kind. Nein, der Senior hatte versucht, sich gemeinsam mit dem Kleinen zum Nachmittagsschlaf hinzulegen. Gegen einigen Protest, aber anders als noch vor drei Monaten half auf das demonstrative Vorschlafen nichts. Mein Sohn randalierte im Bett rum und hat seinen Großvater schließlich meiner einer heftigen Bewegung voll am Kopf erwischt.

Es wird immer schwieriger, meinen Brainbug zur Siesta zu bewegen. Vorbei die Zeiten, wo er mir die Gelegenheit gab, mit ihm ein wenig der durchwachten Nacht nazuholen (wie viele Eltern kann man mich zu jeder Tages- und Nachtzeit irgendwohin legen und ich bin sofort in Morpheus' Reich.) Irgendwann wird er kein Nickerchen mehr brauchen - nur ist es noch nicht so weit. Das zeigt sich Abends, wenn der Kleene rumhängt wie der berühmte Schluck Wasser in der Kurve, und zu schlecht gelaunt ist um ins Bett zu gehen.

Die Schlafforschung würde vo…