Trifle (Blogparade: Weihnachtsliebe)

Weihnachten ist anstrengend. Der Baum muss geschmückt werden. Die Siebenjährige muss abwechselnd davon abgehalten werden ihn vor Begeisterung umzuschmeißen und im nächsten Moment gelangweilt die Kristbaumkugel fallen zu lassen und wii spielen zu gehen. Die Nachbarskinder kommen vorbei, alle sechs, und helfen. Oder wollen geholfen werden. Dann rennen sie wieder davon, unsere Beiden im Schlepptau, und ich muss auf die Straße rennen um aufzupassen dass sie nicht auf ihren Bobbycars vom Audicar des Nachbarn überfahren werden. Erinnert ihr euch noch an die Zeit, wo sie Schlitten fahren gingen?
my mouth does water
Ich weiß nicht ob Brooke Raymond dieses 
Trifle gemacht hat, aber das 
Foto hat sie auf jeden Fall gemacht.
Ich auch nicht. Aber auch keine Zeit zum Nachdenken. Irgendwann muss ich heimlich Geschenke verpacken (ich weiß, früh dran), die leeren Adventskaldender wegräumen (in wenigen Stunden haben wir mehr als genug Müll im Haus). Ich träume vom Urlaub vor 12 Jahren, als meine Frau und ich alleine in Florida unterwegs waren, und der Gipfel unserer Feierlichkeit in einer Kerze im Zelt bestand. Wir haben in den Tropen mehr gefroren als jemals sonst am 24.12. Es gibt aber eine Tradition, auf die ich mich freue. Eine Art Zen-Besinnung in der Nacht vorher. Das Trifle-machen.


Trifle ist keine deutsche Sache. Sie ist englisch. Als Nachspeise ist sie meiner Meinung nach unterschätzt. Super lecker, nicht ganz so heftig wie Eiscreme oder Kuchen, simpel in der Zubereitung und sehr einfach zu variieren. Dieses Jahr versuche ich vielleicht mal Kiwi, oder Schokopudding. Normalerweise bestehen meine Trifles einfach aus

  • Zwieback
  • Sherry
  • Vanillepudding
  • Sauerkirschmarmelade
  • Aprikose und Bananen in Scheiben und
  • Sahne

Fertig. Es gibt Millionen von Möglichkeiten (googelt!). Das Prinzip ist stets das Gleiche. Ein Boden, getränkt, und Schichten von leckeren, fruchtigen Sachen darüber, gebunden von Pudding.
Und dann stehe ich nachts um zehn in der Küche, die Kinder schlafen, Mama geht aus, und mache zwei oder drei Schüsseln voll der leckeren Nachspeise für die große Familienrunde an Heiligabend. Es ist ruhig im Haus, eine Woche Urlaub liegt vor mir, und ich erinnere mich (gerne) an die Jahre vorher. Angefangen hat die trifelei übirgens zum ersten Weihnachten "alleine", als mein Bruder und ich uns selber ein Weihnachtsessen machen durfte. Vielleicht auch ein Grund, warum mir das so viel Spaß macht.

Ein Trifle für jeden

Seit sechs Jahren bereite ich zwei Versionen zu - eine "blau" und eine "weiß", in den entsprechenden Schalen. Die "blaue" ist fr die Erwachsenen, die "weiße" enthält statt Sherry Saft und ist für die Kinder und Schwangeren. Davon gibt es jedes Mal mehr. Schön. Immer öfter regen die "weißen" auch an, statt Zwieback Löffelbisquit zu nehmen. Die Extraportion Zucker macht es wohl aus. Aber weil Trifle so leicht zu machen ist, sollen sie ihren Willen haben. Ich halte mich dann an die Herrenvariante mit Prozenten und herberer Note.

Und das ist dann, an Heiligabend, eine sehr bequeme Entschädigung für den umgefallenen Baum vorher, das Lametta an der Vorhangstange, den Zank mit dem Audinachbarn und alle anderen Quengeleien des Tages. Frohe Weihnachten.

Diese Blogparade wurde übrigens angeregt durch Yummy Mummy. Auch ihr vielen Dank.


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