Wir basteln uns einen Betreuungplatz für unser Kind

Unsere Gemeinde ist scheiße. Wir haben Geld dank Gewerbegebieten, aber einen Planungsstau, der epische Ausmaße annimt. Eine Ampel am Bahnübergang der Bundesstraße, die die Leute seit den 60er Jahren nervt, ist immer genau so lange schon unverändert. Der behindertengerechte Zugang zum Bahnhof hat 30 Jahre aus sich warten lassen (und das mit 2 großen Betreuungseinrichtungen für Behinderte im Ort). Hort-, Kindergarten- und Kinderkrippenplätze gibt es viel zu wenige. Und jetzt kommt ein Neubaugebiet für 500 Leute dazu. Die Gemeinde erlässt mal eine Bedarfsfeststellung für Betreuungsplätze, deren Ergebnisse nach dem Einzug der ersten Neubürger erwartet werden.
Eine Anekdote, um den Ruf der Gemeinde zu verdeutlichen: trotz Immobilien-Boom in allen Umlandgemeinden haben sich viele Bauträger nicht um unser Neubaugebiet beworben. Einer von ihnen hat uns den Grund verraten: "Die Gemeinde kriegt doch die versprochenen Betreuungsplätze nie fertig. Und ich bleib dann auf den Häusern sitzen." Der Mann hat Recht: im nächsten Jahr bietet der Hort der Gemeinde genau Null (in Zahlen: 0) freie Plätze an.

Ihr könnt euch ausrechnen, wie hoch wir unsere Chancen einschätzen einen Platz für unser noch ungeborenes Kind zu bekommen. Auf dem Weg nach einer Lösung suchen wir (noch rein akademisch) nach Alternativen. Eine Elterninitiative zur Einrichtung einer unabhängigen Betreuungseinrichtung wäre ein Weg. Vielleicht holen wir uns die Oppositionspartei ins Boot, als Schirmherr oder Unterstützer. Nur: wie macht man das? Was gilt es zuachten? Wer hat das schon mal gemacht, und kann uns Rat geben?

Ihr seht schon: es ist dies ein Aufruf, die Weisheit der Massen zu teilen. Erzählt uns von euren Erfahrungen mit Elterninitiativen, Betreuungseinrichtungen abseits der offiziellen Träger und auch dem Pakt mit dem Teufel Oppositionspartei (nichts für Ungut. Ich kann diese bestimmte Partei nicht leiden, aber das ist aus pragmatischen Gesichtspunkten nicht so wichtig.)

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Foto: Henry.

Kommentare

  1. Mein Zweitgeborener besuchte ab 2007, als die Lage bei uns noch weitaus desolater als im Moment war, diese private Krippe: http://www.club-der-krabbelzwerge.de/index.html. Vielleicht kann eine der Initiatorinnen mit Auskünften weiterhelfen?

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  2. Ich würde mich mal ans zuständige Jugendamt wenden. Die müßten sich mit sowas auskennen. Zumindest mal, was die Richtlinien angeht. Sponsorensuche kann man ja dann separat in Angriff nehmen.

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