Memo an mich: Misch dich nicht in das Sozialleben deines Kindes ein

Es gab eine Zeit, da konnte man meinen Sohn mit jedem beliebigen Kind im ungefähr gleichen Alter zusammen in ein Zimmer stecken, und sie spielten miteinander. Eingermaßen jedenfalls, denn auch "zusammen" spielen kann ein bisschen eigenbrötlerisch sein. Doch das ist vorbei. Seit dem Kindergarten hat mein Brainbug einen Freundeskreis (eine klassische Vierertruppe mit Anführer, Mitläufer, Schlaukopf und Macher). Alles war gut, außer für die Kinder, die nicht in der Clique waren aber gerne wären.
Doch über Nacht scheint sich das geändert zu haben: die vermeintlich festeste Freundschaft hat sich unerwartet aufgelöst, und mein Sohn ist "out". Das hat ihm einiges Herzeleid verursacht. Und ich musste mich auf die Hände setzen, um nicht etwa einzugreifen.
Mit den Eltern verstehe ich mich nämlich gut, und es war für uns eine willkommene Abwechslung, mal eine Nacht frei zu haben weil Brainbug bei einem Freund übernachtet, oder aber zwei oder drei Kinder zu haben, weil er Gäste hat. Es wäre nicht schwer, unseren Kindern ein paar unverpassbare Gelegenheiten zu geben, ihre Freundschaft wieder aufzubauen.
Aber es wäre falsch - nicht so sehr für Brainbug, sondern für uns Eltern. Wenn wir uns schon jetzt nicht aus dem Sozialleben unserer Kinder raushalten können, wie wollen wir es dann schaffen, wenn sie ins Teenageralter kommen? Spätestens dann werden sie uns nämlich in deutlichen Worten zu verstehen geben, dass wir peinlich sind.
Amy Sohn hat dazu einen netten Post auf slate.com verfasst, und mir vor Augen geführt, dass es keine würdige Alternative gibt. Genausowenig wie wir die Ehe unserer besten Freundin für sie kitten können, sind wir in der Lage unseren Kindern die Krisen und Peinlichkeiten ihrer Sozialisierung zu ersparen. Wir können sie nur auf sehr unappetitliche Weise teilen.
Aber ein Tröste-Gummibärchen darf ich ihm schon noch geben, oder?

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