Mit den Babys schlafen gehen (und mit dem ersten Sonnenstrahl aufwachen)

Heute morgen war es schön harmonisch in unserem Bett: die Katze auf dem Schoß, den Filius an der Seite, ich selber mit viel zu wenigen Stunden Schlaf im Halbkoma. Es ist nicht leicht, bis zum Weckerklingeln in Morpheus' Reich zu bleiben, wenn ein Vierjähriger wach genug ist, vom Erlöschen der Straßenlaternen zu berichten, und alle fünf Minuten lang quer übers Bett krabbelt um die Katze zu streicheln. Nicht erholsam, aber emotional sehr befriedigend.

Die emotionale Komponente mag auch ein Grund sein, warum viele Eltern ihre Babys mit ins Bett holen. Ein zweiter Grund ist die Bequemlichkeit des Stillens ohne aufzustehen. Doch wenn das auch beides gute Argumente sind - das medizinische Urteil ist verheerend.
Plötzlicher Kindstod und Erstickung sind um ein Vielfaches häufiger in Situationen, wo Mutter in Kind ein Bett teilen (Das Risiko steigt von  0,047 auf 0,136 Prozent -  siehe eine englische Zusammenfassung bei slate.com).

Die Gefahr für das Kind lässt sich minimieren: wenn die Eltern nicht:
  • rauchen (6-faches Todesrisiko)
  • trinken (
  • Drogen oder Medikamente nehmen
  • weitere, ältere Kinder mit ins Bett holen (5-faches Risiko)
  • weiche Matratzen und Bettzeug benutzen
  • Sofas und andere alternative Schlafplätze meiden, wo Kinder eingeklemmt werden könnten

dann ist die Wahrscheinlichkeit, dem Baby Schaden zuzufügen erheblich geringer - möglicherweise sogar Null.

Es zeigen sich auch Vorteile des gemeinsamen Schlafens: der Hautkontakt ist offenbar vor allem für Frühchen heilsam, zudem kann Mama tatsächlich besser auf die Bedürfnisse des Kindes reagieren.

Bei meinem Vierjährigen stellt sich die Frage nicht - wenn ich mich aus Versehen nachts auf ihn wälzte, würde er mir deutlich und schmerzhaft ein Zeichen geben, meinen Arsch woanders hin zu rollen. Aber uns steht in ein paar Monaten eine kleine Familienerweiterung ins Haus (die ihrerseits schon jetzt Mama schmerzhafte Zeichen gibt, wie sie bequem zu liegen wünscht), und dann wird es spannend. Abgesehen von allen Eifersuchtsfragen zwischen dem bisherigen Einzelkind und dem Neuzuwachs wird vielleicht ein Kampf um die nächtlichen Ruheplätze entbrennen. Und ob ich dann die Nerven habe, im Namen der Vernunft meinen Sohn aus dem Bett zu werfen wage ich zu bezweifeln. Es wird also ein paar Jahre dauern, bis die ganze Familie wieder gemeinsam morgens die Straßenbeleuchtung bewundert.

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