Wie sieht der "Neue Vater" wirklich aus?

In den vergangenen Jahrzehnten ändern sich die Rollenbilder in der Ehe. Bei der Verteilung der Haus- und Betreuungsarbeit für die Kinder holen Männern langsam auf, die gesamte Arbeitszeit der Partner gleicht sich an (oder hat sich schon angeglichen, je nachdem welcher Untersuchung man glaubt.) Doch was für Männer sind es, die diesen Trend voran treiben, und welche sind eher traditionell? Ein guter Freund von mir hält es eher traditionell, hat auch keinen Bock auf ein zweites Kind, konzentriert sich auf den Broterwerb und überlässt die Pflege des gemeinsamen Sohns der Mutter. Er hat keinen Hochschulabschluss, sieht die Arbeit mit dem Kind nicht primär als Männeraufgabe, verdient deutlich mehr als seine Frau (hat), hat einen typisch männlichen Beruf (Motoren und Autos...), und ist, wenn er daheim ist, gleichzeitig mit seiner Frau dort. Damit ist er ein typischer Fall eines "Alten Vaters". Es gibt sechs Merkmale, an denen man das festmachen kann.
Nicht wirklich das, was den Neuen Vater ausmacht. Aber auch wichtig.

Woran also erkennt man, ob ein Mann mit dem ersten Kind ein "Neuer Vater" wird? Sechs Merkmale scheinen, so aktuelle Untersuchungen, ein guter Indikator:

1) Höhere Bildung des Mannes. Der Neue Vater ist gebildet.

Je höher der Bildungsgrad, desto mehr Zeit verbringt der Vater mit Kind und Haushalt.

2) Sein Weltbild

Wer daran glaubt, dass Haus & Kinder Aufgabe beider Elternteile sind, der richtet sich auch danach.

3) Die Einkommensverhältnisse

Geld regiert die Welt und den Kochtopf: Wenn sie mehr verdient als er, verrichtet er mehr Arbeit im Haus.

4) Ihr Job

Männer leisten mehr Arbeit in der Kinderpflege (nicht aber dem Haushalt) wenn die Mutter lange Arbeitszeiten hat und gut verdient.

5) Sein Job: Ein "Frauenberuf"

Sei es weil er in der Arbeit mehr Einblick in die Welt seiner Kolleginnen bekommt, oder weil ein Hand zu typisch weiblichen Karrieren mit einer größeren Bereitschaft zur Pflege einhergeht: Männer in Berufen mit deutlichen Frauenüberhang helfen sind öfter "Neue Väter".

6) Seine Zeit allein zuhause

Männer machen mehr im Haushalt, wenn sie müssen: wenn beide Partner verschiedene Schichten arbeiten und der Mann viel Zeit allein verantwortlich für Kind und Haushalt ist, verbringt er mehr Zeit damit. Das kann ich gut nachvollziehen: es ist schwierig, die Rolle als Vater und Hausmann auszufüllen, wenn man sie erst erobern muss. Und bevor jetzt Unkenrufe kommen: das ist ein echtes Konfliktthema. Ich habe den Eindruck, dass viele Mütter ihr Selbstbild an ihrer Führungsrolle im Haushalt festmachen. Die Lücke in der Betreuungs- und Hausarbeit ist ein altes Rollenklischee, dass in den Köpfen von Männern genau wie in denen von Frauen verankert ist. Davon abzulassen fällt beiden bisweilen schwer.

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