Munition im Kampf um die Brust

Mein Sohn genießt sein Milch-und-Wasser-Fläschchen, abends und morgens. Ich fürchte mich schon heute vor dem Drama, wenn wir ihm das mal abgewöhnen wollen. Aber mit zwei Jahren wird es langsam Zeit, vor allem wenn man sich neue Forschungsergebnisse aus Chile vor Augen führt.

Ein Team unter Clarita Barbosa von der Corporacion de Rehabilitacion Club De Leones Cruz Del Sur hat herausgefunden, dass Fläschchen, oder vielmehr das damit verbundene Saugen, Sprachstörungen fördert. Barbosa (und mal ehrlich, denkt da jemand von euch nicht an einen Piraten? Die "Leones Cruz Del Sur" klingt doch als wäre es ein kanonenbestückter Dreimaster vor Port Royal.) spricht aus, was wieder einmal ein Argument ist für das natürliche Stillen und gegen Mütter, die stattdessen Fläschchen geben. Nicht nur ein Argument, denn in der idelogisch gefärbten Debatte um das Stillen gibt es mittlerweile nur noch Munition, nicht Argumentation (siehe auch das SZ-Magazin zu diesem Thema).

"Diese Ergbenisse legen nahe, dass ausgedehntes Saugen nach der Stillphase schädliche Auswirkungen auf die Sparchentwicklung junger Kinder hat. Auch wenn diese Studie weitere Hinweise auf die Vorteile einer längerer Stillzeit ergibt, muss sie mit Vorsicht betrachtet werden", so Barbosa (Arrr!).

Na ganz toll. Das nächste Mal wenn mein Schatz mit einer seiner herrlichen Sprachschöpfungen kommt ("Luffabunge") darf ich mich nicht mehr einfach freuen, sondern sorgen. Ist das das Resultat unserer Nachlässigkeit, ihm sein Abendfläschchen abzugehwöhnen? Schaden wir ihm damit? Und wird vielleicht als nächstes Ergebnis aufgezeigt, dass Flaschenfüttern die Sprache auch später verschlechtert, etwa durch eine Neigung zum vermehrten Alkoholkonsum?
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Ach Scheiße. Es ist so.

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