A single man

Die letzten zwei Wochen waren stressig - ich bin auch nicht zum Schreiben gekommen: Grund dafür war die Arbeit, was so schlimm nicht ist. Ein unangenehmer Nebeneffekt war, dass Mama und Brainbug alleine Urlaub auf dem Bauernhof machen mussten. Eine Woche lang war ich Strohwitwer.
Einfach weils so schön war: der weltberühmteste Single

Ich hatte in der Zeit wirklich keinen Mangel an Ablenkung - die Arbeit zum einen, Verwandtenbesuch nebenher, ein Umzug bei dem es zu helfen galt, und dann die unvergleichliche Chance im Haushalt mal so weit aufzuräumen, dass man die unteren Strata des Chaos - auch "Fußboden" gennant - saugen und wischen kann. Aber das hat alles nichts genutzt. Ich war trotzdem einsam, und ich hatte Sehnsucht.

Das ist für einen Mann nicht alltäglich, und nicht selbstverständlich. An dem Klischee, dass sich viele Typen in der Vatertagswoche am liebsten mit ihresgleichen betrinken und keine Frau, keine Kinder brauchen, oder dass sie gerne mal alleine vor sich hinfaulenzen (Fernseher, Playstation, Werkstatt!) ist was dran. Männer sind emotional eben auf breiter Basis aufgestellt, und kommen nicht leicht in eine Schieflage. Ich jedenfalls ganz bestimmt nicht.

Und doch: es hat sich was verändert in den letzten zwei Jahren, seit Brainbug da ist. Ich bin nicht in Depressionen verfallen, habe nicht geheult oder so (wo kämen wir da hin?), aber mein emotionales Spektrum war doch ganz schön flach. Kein himmelhohes Jauchzen, keine Niedergeschlagenheit. Immer wieder der Gedanke dass es schön wird, wenn die beiden zurück sind.

Immer mehr Väter nehmen diese Rolle ernst - siehe die Statistiken zur Nutzung der Elternzeit und Bücher zum Thema "Neuer Papa". Dazu gehört wohl auch der Abschied von ein paar liebgewonnenen Klischees (ich sehe zum Beispiel keinen aus meiner Generation mit Leiterwagen und Bierfass an Himmelfahrt auf Tour ziehen) und die Einsicht, dass manche Sachen, die bisher als weiblich galten, vielleicht vielmehr "elterlich" sind. Sehnsucht nach dem Kind zum Beispiel.
Aber auch das ist schön. Wozu hat man denn ein Herz in der Brust, wenn man es nicht manchmal spürt?

Übrigens: sowohl der Ferienhof Kilgner als auch der Ulrichshof sind Baunernhöfe für Kinderurlaube, die wir wärmestens empfehlen können. Beide sind nur ein, zwei Autostunden von München entfernt in Franken/Bayerischer Wald, wären also auch von Hessen, Thüringen oder Sachsen zu erreichen.

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