Machen Mamas Hormone sie rassistisch?

Oxytocin: Die Quelle des Fremdenhasses?

Sind Frauen friedlicher, harmonischer, fördern die Zusammenarbeit und sorgen dafür, dass die Jungs und Männer sich einigermaßen zivilisiert benehmen? Die meisten würden das bejahen. Aber es gibt offenbar Ausnahmen (siehe etwa die aktuelle Diskussion über die Amazon Warriors, die Riege martialischer Beraterinnen im Weißen Haus). Ganz besonders überraschend: das "weibliche" Hormon Oxytocin , auch als Kuschelhormon oder Orgasmushormon bekannt, macht anscheinend xenophob. Es fördert das Misstrauen gegenüber Anderen. Personen, deren Oxytocinspiegel hoch ist (also Mütter kurz nach der Entbindung, Männer und Frauen nach dem Sex, Testpersonen, denen Forscher das Hormon in die Nase spritzen - siehe weiter unten) trauen "Fremden" weniger.

Assoziationstest dänischer Forscher haben gezeigt, dass Menschen, denen eine Dosis Oxytocin verabreicht wurde, Ausländer eher mit negativen Gebriffen assoziieren als Einheimische (lustige Anekdote: die Ausländer in dieser Studie waren Araber und Deutsche - und es gibt keinen Hinweis, dass eine der beiden Gruppen besser weggekommen wäre). Sie sind auch eher bereit, in hypothetischen Situationen Menschen mit arabischen Namen zu opfern, um andere zu retten.

Rassismus und Sexismus. Eine potente und unheilvolle Mischung. Aber Oxytocin kann noch mehr. Es macht misstrauische Menschen misstrauischer (genau die gegenteilige Wirkung von Testosteron, dass naive Frauen vorsichtiger werden lässt, wie ich schon mal geschrieben habe); Männer erinnern sich unter Einfluss des Hormons lebhafter an ihre Beziehung zur eigenen Mutter - gleich, ob diese schlecht war oder gut.

Es scheint, dass unsere beiden Lieblingshormone noch eine ganze Reihe von Überraschungen bereit halten: über das Testosteron habe ich schon öfter gebloggt (die Forscher stehen offenbar darauf, und machen Studie um Studie), und Oxytocin ist ganz offenbar in viele psychische Prozesse eingebunden. Ich persönlich glaube, dass es die treibende Kraft hinter dem "Brutpflegeinstinkt" des Menschen ist (und den nehme ich für mich genau so in Anspruch wie für die Mutter unseres Sohnes). Es gibt aber auch Hinweise, dass Drogenkrankheiten ganz ähnliche Verhaltensmuster bedienen wie das Kuschelhormon, welches übirgens auch zu Therapiezwecken von Borderlinepatienten eingesetzt wird.

Mir selber hat es vielleicht auch mal über schwierige Zeiten geholfen: als ich mein Finsteres Halbes Jahr hatte (und wer hat das nicht), hat mir das Singen über die Krise hinweg geholfen. Und was soll ich euch sagen? Singen fördert den Oxytocin-Ausstoß. Die NPD hab ich deswegen aber trotzdem nicht gewählt.

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