Meine Schuld als Papa

Heute nur eine kurze Übersetzung aus dem Englischen. Devon Corneal hat auf huffingtonpost eine lange Liste von Sachen zusammengestellt, für die sie sich als Mutter schuldig fühlt. Ihr Credo: Elternsein bedeutet Schuldgefühle zu haben.
Sie geht ganz locker damit um, und ich empfehle das ebenfalls. Ich kann so ziemlich jeden einzelnen Punkt hier nachvollziehen (na gut, der mit den Schwangerschaftspillen natürlich nicht. Und der Chardonnay.) und es geht mir ähnlich. Aber dass ich mir sozusagen selber im Nacken sitze sollte doch ein gutes Zeichen sein, nicht?
Ohne weitere Vorrede nun: wofür Mama sich heute schuldig fühlt:

1) Ich habe meinen Sohn einen Keks essen lassen, obwohl er davor sein Abendessen kaum angeschaut hat.

2) ...und der Keks war weder selbstgemacht noch Bio.

3) Ich habe mit nur geringer Begeisterung Memory mit ihm gespielt, ihn gewinnen lassen, und ihm damit die Chance genommen, Verlieren zu lernen

4) Bei der Auswahl der Vorschule haben wir die beste Schule nicht berücksichtigt, sondern einfach eine gewählt, die uns gefiel, die bequem zu erreichen ist und deren Öffnungszeiten uns passen. Das wird seine Uni-Laufbahn nicht torpedieren, aber vielleicht hätten wir wenigstens mal einen Blick auf die Elite-Vorschule werfen sollen.

5) Ich habe nach 4 Monaten mit den Schwangerschaftsvitaminpillen aufgehört.
6) Ich will und ich brauche mehr Schlaf als ich, arbeitstätiger Elternteil, kriegen kann

7) Ich habe es nicht geschafft cool mit meinem Sohn zu reden als er gestern Nacht einen riesigen Terz gemacht hat als er ins Bett wollte. Er wollte noch spielen, hat das Schreien angefangen und meine Kette zerrissen, und ich habe ihn angekeift er soll den Quatsch lassen und bin raus gegangen.

8) Ich bin den Weg des geringsten Widerstandes gegangen und habe nichts Lehrreiches geschafft. Also kein Zählen der Salzstangen, bevor er sich eine nehmen darf.

9) Der da quer über den Spielplatz geplärrt hat nach seinem Kind, mit hochrotem Kopf? Das war ich.

10) Habe der Grippe nachgegeben, die mich schon seit Wochen plagt, und meinem Partner alle Elternarbeit am Morgen überlassen. Bin zurück ins Bett. Bis Mittag. Dass ich mich dafür schuldig fühle ist wahrscheinlich ein Zeichen, dass mit mir ganz generell was nicht stimmt.

11) Und selbst nach dem freien Vormittag bin ich nicht begeistert ans Feuerwehr-Spielen herangegangen.

12) Chardonnay ist mein bester Freund.

13) Mein Sohn denkt es ist süß, wenn er immer genau das macht, was ich ihm gerade verboten hat. Ich denke das machmal selber. Ich verhätschle mein Kind also, was meinen Partner auf die Palme bringt. Was ich widerum auch manchmal süß finde.

14) Ich habe meinen Sohn dieses Jahr nicht zu Fußball und Schwimmen angemeldet. Oder überhaupt jemals. Er kann auch nicht so recht schwimmen. Liegt vermutlich an den fehlenden Vitaminpillen in der Schwangerschaft.

15) Ich beneide die Mütter, die das alles einfacher und eleganter bewältigen. Statt sie als Leidensgenossen und Verbündete zu sehen, hasse ich sie sogar ein bisschen dafür.

16) Ich werde ungeduldig.

17) Meine Eltern wohnen nicht nah genug, um ihren Enkel regelmäßig zu sehen. Oder (was noch schlimmer ist), Freitags und Samstags Babysitter zu spielen.

18) Wir wollen keine weiteren Kinder, also wird mein Sohn kein Geschwister im ungefähr gleichen Alter haben mit dem er spielen oder raufen kann. Ich sehe aber keinen Nachteil darin, weniger Gelegheiten zum Kämpfen zu haben. Also sollte der Punkt vielleicht entfallen?

 - Hier muss ich als rocktpapa doch mal einschreiten. Ich als Mann sehe das Raufen als entscheid wichtig an für Jungs, vielleicht sogar für alle Kinder. -

19) Ich verschwende mit diesem Post Zeit, die ich mit meinem Sohn verbringen könnte.

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