Rezension: Lauras Stern und die Traummonster

Ich freu mich wie ein Schnitzel. Mein Sohn ist 4, und damit alt genug fürs Kino. Gestern waren wir zum ersten Mal "at the movies", wie mein Zweisprachler so schön sagt, und haben uns "Lauras Stern und die Traummonster" angesehen. Hat gut geklappt: die Aufmerksamkeitsspanne ist offenbar lang genug (seine. Meine nicht. Ich habe eine halbe Stunde verschlafen. Elternschicksal).

Weil das in nächster Zeit häufiger passieren wird, will ich mich an Kurz-Rezis zu den besuchten Kinderfilmen besuchen. Ich bin nicht ganz genrefremd, habe mich aber bisher immer an die Qualitativ hochwertigeren Familiy-Entertainment-Titel aus den USA gehalten, die zwar Kinderfilme sind, aber eben auch sehr viel mehr (Toy Story, The Incredibles und dergleichen).

Wie also kann Lauras Stern und die Traummonster dagegen anstinken? Nun, ich habe schon zwei Tipps gegeben. Ich bin eingeschlafen, und nenne die Produkte von Pixar et al. "hochwertiger". Die "Traummonster" sind eben nicht erwachsenentauglich. Die Dialoge sind so, wie man sie für Vierjährige schreiben muss, nämlich langsam und voller Wiederholungen. Die Spannung ist sehr moderat, das Tempo gemächlich. Die Animation ist eher billig gehalten, die Sprecher (mit einigen Comedygrößen wie Oliver Kalkofe, Desirée Nick und Bernhard Hoecker) klingen, als ob sie die Tonspuren an einem verregneten Wintertag eingesprochen haben, zwischen zwei anderen langweiligen Routinejobs. Vor allem die stilisierten Dialekte wirken völlig unglaubwürdig.

Also: eine Qual für Papa, eine Wonne fürs Kind? Teilweise. Doch es gibt auch echte Hingucker in dem Film. Das Design der Traumstadt etwa, für die sich auf dem Blog von Alexander Linder Designstudien finden, kann selbst schläfrige Papa-Augen begeistern. Die Musik von  Henning Lohner ist ebenfalls passend: nicht zu zuckersüß, nicht zu simpel, aber auch nicht so kompliziert, dass es an den Kleinen vorbeigeht.

Die Handlung ist so simpel, dass ich sie in zwei Worten zusammenfasse. Monsterentführte Plüschtierrettungsaktion. Ob sich in der Handlung irgendein Wert jenseits von kurzweiliger Unterhaltung versteckt, kann ich nicht sagen. Die Lehre, dass man vor seinen Ängsten keine Angst haben darf, sollte eigentlich selbst Kleinkindern nichts Neues sein (vor allem nicht dann, wenn die Eltern nicht jede Nacht wegen Albträumen Spätschichten einlegen wollen).

Fazit: für gestresste Eltern mit Schlafmangel oder solchen, deren Kinder von Nachtängsten geplagt werden, ist der Film zu empfehlen. Aber erwartet euch keine Unterhaltung. Das Elterndasein ist schließlich kein Kindergeburtstag (Gott sei Dank. Denn wer muss da aufräumen? Genau.)

Kommentare

  1. Gefällt mir! Ich freue mich auf weitere Kinderfilm-Kinokritiken!

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