Ungerechte Bürokratie killt Elterngeld: wie weltfremd kann eine Behörde sein

Das ist ein Rant, und eine Bitte um Rat. Die Elterngeldstelle gibt sich so bockig und weltfremd, wie es nur eine Behörde sein kann. Was kann ich tun, um gerecht behandelt zu werden?

Eine kurze Beschreibung des Umstände: ich nehme Elternzeit, zwei getrennt Monate (nur und leider - aber das ist ein anderes Thema). Man möchte meinen, dass ich dafür auch zwei Monate Elterngeld bekäme - 65% vom Durchschnittsnetto der 12 Monate davor. Man würde sich irren.

Grund ist, dass die Behörde nicht nach Kalendermonaten rechnet, sondern nach Lebensmonaten. Soll sie ruhig. Aber dann bitte nicht zu einem anderen Ergebnis kommen. Ein Monat Elternzeit ist ein Monat Elternzeit, egal an welchem Datum er anfängt.

Mein Kind ist am 25. geboren. Meine beiden (getrennten - Juni und April) Monate beginnen jeweils am 1. Die Stelle möchte die größeren "angeschnittenen" Lebensmonate (also vom 1.-25 des Kalendermonats) behandeln wie als ob ich dort Teilzeit arbeitete. Das ist soweit OK. Nur will sie die anderen beiden angeschnittenen Lebensmonate (also den 26.-31. des Kalendermonats) unter den Tisch fallen lassen. Man kriegt nur 14 Monate gezahlt, meine Frau nimmt 12, ich darf nur 2 haben.

Wie alles, was Behörden so tun, gibt es bestimmt eine eigene, verquere Logik. Wie allgemein bekannt, muss diese nichts mit dem gesunden Menschenverstand zu tun haben. Oft kann man klagen (und ich erwäge das tatsächlich: eine Ungleichbehandlung aus Gründen der Berechnungsmethoden scheint mir kaum haltbar).

Ich bin mir sicher, andere Eltern haben das gleiche Problem schon gehabt. Meine Frage deshalb: wer hat eine Lösung gefunden? Ich bitte um Rat.

Ein Nachgedanke noch zu der Weisheit, Lebensmonate zu bezahlen statt Kalendermonate. Sie geht an der Realität der Arbeitswelt vorbei. Gerade in kleineren Firmen ist es schwer genug, die Lücken zu füllen. Meist muss befristet Ersatz gefunden werden. Einstellungen beginnen in der Regel zum 1. eines Monats. Es ist deshalb schwer, eine Elternzeit mitten im Kalendermonat zu bekommen - klar kann man einfach Fakten schaffen und das Datum festlegen wie man will (bzw. wie das Kind halt kommt). Aber (auch wieder vor allem in kleinen Firmen) - es gibt eben auch die Abwägung, es dem Chef nicht zu schwer zu machen. Schließlich will man mit dem ja noch Jahre oder Jahrzehnte zusammen arbeiten.

Kann die Elterngeldstelle nicht unkompliziert sein und den Sinn der Verordnung erfüllen, um den Realitäten des Landes, für das sie arbeitet, gerecht zu werden? Das wäre ein Akt des gesunden Menschenverstandes... oh, Mist.

BildHarald Groven

Kommentare

  1. Hallo! Ich habe den Spaß auch schon hinter mir.
    So hats uns zwar nicht getrofen, aber mein Tip ist, Deine zwei Monate Elternzeit als Lebensmonate zu nehmen. Also vom 25.Mai-24.Juni, wenn du theoretisch den Juni zu Hause bleiben willst. Dann bekommst du den vollen Monat, das Geld und nimmst entweder noch ein wenig Urlaub oder trinkst nen großen Schnaps. Es ist eben leider eine Behörde...
    Alles Gute und viel Erfolg!

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  2. Tja, fair und sinnvoll ist anders, aber klagen bringt da nix, weil diese verquere Logik nunmal gesetzlich geregelt ist: Paragraph 4 Absatz 2 und 3 ivm Paragraph 3 Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz.
    Versuch's doch mal mit einer Petition: Änderung des BEEG statt Einführung Betreuungsgeld. Ich wär dabei :-)

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  3. Ich kann nicht glauben, dass da noch keiner gegen geklagt hat...

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