Warum Jungs wirklich schlechter in der Schule sind.

Mind=blown. Die Frage, warum Mädchen in der Schule besser abschneiden, hat sich möglicherweise gerade in einem Nebensatz eines Artikels beantwortet, der sich mit ganz anderen Dingen befasst. Es ist nicht der Mangel an männlichen Lehrern. Es ist nicht die Art und Weise der Tests. Es ist vielleicht einfach nur die Tatsache, dass Mamas Kinder hüten, nicht Papas.
Wie ich darauf komme: so: Mit Babys reden bringt ihnen einen höheren IQ. Das zeigt sich in Studien und ist ein Faktor beim schlechteren Abschneiden von Kindern aus finantschwachen Haushalten: die Eltern von Akademikern reden bis zu dreimal so viel mit ihren Krabbelkindern als Arbeitereltern. (siehe Hart/Risley "The 30 Million Word Gap by Age 3"). Und jetzt das: Eltern reden mehr mir Kindern des gleichen Geschlechts. (sagt die NYT in einem Nebensatz: - hat wer die Quelle?). 
Mir scheint das ein deutlicher Zusammenhang: Jungs hören weniger Worte. Worte machen Intelligent. Kein Wunder, wenn ihre Schulnoten im Schnitt besser sind.

Oder übersehe ich da etwas? Vor allem: wo ist die Studie, die sagt dass Eltern mit Kindern des gleichen Geschlechts mehr reden als mit denen des anderen? Und was ist die Schlussfolgerung? Können wir den Nachteil der Jungs in der Schule durch mehr Vollzeit-Papas lösen (und das dann auf Kosten der Töchter?) Oder sollte je nach Geschlecht des Kindes der entsprechende Elternteil den Großteil der Kinderbetreuung übernehmen, um diesen Sprache=Intelligent-Effekt zu erzielen?
Eigentlich keine Schlechte Idee. Warum hat noch kein Gesetzgeber das aufgergiffen? Elternzeit für Papa beim Jungen, für Mama beim Mädchen?



Kommentare

  1. Wenn das wirklich so wäre, dann hätte ich ja zweimal Elternzeit machen können. Mist! :-)
    Ich glaub aber, dass das nicht so leicht umsetzbar ist, da in der ersten Zeit die Mamas durch das Stillen ziemlich eingebunden sind.
    Grundsätzlich empfehle ich aber jedem Papa Elternzeit zu nehmen. Meine zweite beginnt nächsten Dienstag für 4 Monate :-)
    LG,
    MATTES

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  2. Viel Spaß, Mattes. Ich bin gerade mitten in meiner zweiten Elternzeit (und hätte auch gerne mehr gehabt). Das mit dem Stillen ist natürlich ein Punkt - aber es gibt genug Methoden und Alternativen, um ihn nicht zu einem unüberwindlichen Hindernis zu machen, meine ich.

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  3. Auch Väter können womöglich Ihre Babys stillen. Männer verfügen über das gleichartiges Brustdrüsengewebe wie Frauen, nur ist es inaktiv. Es kann aber durchaus angeregt werden. Ich habe dazu bisher zwei Features entdeckt: eines vom australischen Rundfunk unter http://www.youtube.com/watch?v=DiXp_See_Bs und das andere heißt: Milkmen: Fathers Who Breastfeed
    von Laura Shanley!

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    1. Davon hatte ich auch schon gelesen, wenn auch mit dem Credo dass es unglaublich selten ist. Mit Hormonbeigabe lassen sich die Chancen erhöhen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das der beste Weg für alle Beteilgten ist.
      Wäre aber lustig...

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  4. Komische Studie! Ich hab meinen Sohn vom ersten Tag an zugetextet. Bin halt ne Quasselstrippe- mir doch egal ob das Baby, das sich das anhört ein Junge oder ein Mädchen ist. Mal im Ernst- was soll denn dahinter stecken? Mit Dir red ich nicht, ihr Männer versteht das sowieso nicht? Meinem Sohn hat es jedenfalls scheinbar gut getan, der ist auch schon ein Quasselkasper und spricht erstaunlich perfekt.

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  5. Gute Frage. Ich konnte bisher noch keine Erklärung finden, es scheint ein Feld für weitere Forschung. Zwei Theorien kommen mir in den Sinn:
    a) Eltern finden sich (und projezieren ihre Wünsche) stärker in das ihnen ähnliche Kind. Papa will einen Fußballer, weil er selber mit Leidenschaft dabei ist. Eher keine Ballerina. Deswegen mehr Interaktion mit dem ähnlicheren Kind, also mit dem des gleichen Geschlechts.
    b) Der Effekt ist ein anderer: Eltern reden mehr mit Töchtern, weil weibliche Babys ein stärkeres Interesse an verbaler Kommunikation haben. Weil mehr Elternzeit von Müttern geleistet wird hat das den statistischen Effekt, dass mit Kindern des gleichen Geschlechts mehr geredet wird.

    Grund b läuft halt schon wieder in die "Jungs sind Mathe, Mädchen Deutsch"-Schiene, der ich zunehmend misstraue. Aber ich werde mich hüten ohne Daten irgendwas zu behaupten oder abzustreiten, was plausibel ist.

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