Rämliches Denken - ein unerkanntes Zeichen von Kreativität

Mein Brainbug hat aus dem Mikey Mouse-Jubiläumsheft ein Tetris-Spiel bekommen, sein erstes Computerspiel überhaupt, und ist vorhersehbar süchtig danach. Mit allen unschönen Konsequenzen (Abgelenktheit -> Elternschelte -> Schmollen...). Doch nun lese ich: räumliches Denkvermögen im Kindesalter ist ein guter Indikator für wissenschaftliche Leistung im späteren Leben. Ah. Dann ist ja gut.


Aber dann habe ich mir die Studie genauer angeschaut und musste lachen. Selten so einen Unsinn gelesen. Lego muss hier seine PR-Abteilung im Spiel gehabt haben (sie werden sogar genannt).Auf den ersten Blick sehen die Ergebnisse gut aus: eine lang angelegte Untersuchung, welche den Werdegang von Kindern in Zusammenhang mit Tests zur räumlichen Wahrnehmung stellt, die sie als 13-jährige gemacht haben. Nur wenn man genauer liest, wird klar: es geht ausschließlich um Hochbegabte, und noch dazu größtenteils um Jungen. Durchgeführt in den 70ern und in Nashville, dürften diese Kinder kaum Minderheiten angehört haben. Zudem war das Kriterium ihres Erfolgs offenbar die Zahl der Papers, die sie veröffentlichen, und die Zahl der Patente, die sie angemeldet haben.

Mit anderen Worten: Wissenschaftler haben herausgefunden, dass kleine, männliche weiße US-Amerikaner damals gute Karrieren in Ingenieurswesen und Forschung vor sich hatten, wenn sie im räumlichen Denken fit waren.

Was bedeutet das also für mich und meinen eigenen kleinen Hochbegabten? Solange ich keine Zeitmaschine finde und sein Englisch ein gutes Stück besser wird, nicht viel. Aber wenn die Studie doch auf die Allgemeinheit übertragbar ist, kann er sie ja mal die Mittel zur Zeitreise erfinden. Tetris sei Dank.

Bild: Damian YerrickOndrejk, painted new by OttoKrüja

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