Rezension: Ich - Einfach unverbesserlich 2

Ist euer Kind auch klein und gelb im Herzen, und rennt durch die Gegend und schreit "Bananaaaaa?" Meiner schon, und mit gutem Grund. Die Minions aus Ich - Einfach unverbesserlich sind nicht nur von kleinen Jungs inspiriert worden, sie sind auch im Gegenzug ein tolles Vorbild. Ein bisschen fies, ein bisschen brutal, aber im Grunde ihres Herzens nette Kerle. Sie sind der Hauptgrund, den Film zu sehen. Auch den zweiten. Aber nur noch eingeschränkt. Warum? Weil sie weichgespült wurden. Schade drum.

Wer den ersten Film um Bösewicht Gru gesehen hat, der kennt auch die meisten Elemente des jetzt erschienenen zweiten Teils: die drei Adoptivtöchter, der schwerhörige Doktor Nefario, das pechschwarze Haus in der Vorstadt. Schön, wieder zurück zu sein. Nur leider haben sich ein paar Sachen doch verändert: Gru ist kein Bösewicht mehr. Der Doktor langweilt sich und kündigt. Die Minions sind zwar immer noch ein Highlight, aber ihre anarchische Ader ist erheblich beschnitten worden. Im ersten Film haben sie mit Raketenwerfen herumgeballert. In diesem ist es eine Marmeladenkanone. Mit Medizin! Wie brav kann man denn noch werden? Eltern mögen am neuen, braven Gru Gefallen finden: er meistert viele der Herausforderungen mit griesgrämiger Geduld, die einem als Eltern erwarten. Kindergeburtstag, Verkupplungsversuche (den Kindern fehlt eine Mama, wie man merkt: wer mit Nunchucks Ping-Pong spielt, hat vielleicht ein bisschen zu viel Einfluss vom Papa.), latente Eifersucht angesichts der ersten romantischen Anwandlungen der Ältesten.

Mit der Handlung kann der Film auch keinen Staat machen; muss er auch nicht. Wer Shakespeare will, geht ins Theater. Aber ich vermisse sie schon, die dreckigen Minions des ersten Teils. Da hilft es auch nicht, dass sie im zweiten Teil eine chaotische lila Variante bekommen:

 
Der Film rockt die Kinokassen so gewaltig, dass wir den nächsten Teil sicher 2014 schon sehen werden. Es bleibt zu hoffen, dass die Serie wieder zur Dunklen Seite der Macht zurück kehrt. Die Entwicklung der Adoptivtöchter verspricht einiges an Potential, und wenn (wie berichtet) der Fokus mehr auf den Minions liegt, dann gibt es durchaus eine Chance, dass wir wieder Raketenwerfer sehen. Kommt schon, Jungs: wollt ihr nicht auch mal wieder was in die Luft sprengen?

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