Warum mein Sohn seiner Schwester keine Wörter mehr beibringen darf

Ich hab es mir ja selber zuzuschreiben. Was muss ich meinem Sechsjährigen auch Filme erzählen. Er hat ja doch nichts anderes im Sinn, als sie nachzuspielen. Vor allem, wenn es was verbotenes ist. Ich muss ja froh sein, dass er nicht den "Hulk" macht. Memo an mich selbst: grüne Schminke verstecken.
Foto von vharjadi
Jetzt haben wir den Salat, und ich kann mit seiner kleinen Schwester nicht unter Leute gehen. Und alles nur wegen "Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich". Da gibt es eine Szene, die ich meinem Sohn neulich nebenbei erzählt hab; Greg Focker spielt für Baby Jack den Babysitter, und irgendwann rutscht ich das Wort "Arschloch" raus. Wie Babys so sind, ist das das erste und einzige Wort, was sich der Säugling merkt und seinen pingeligen Eltern stolz präsentiert, als sie ihren Nachwuchs aus Gregs (ansonsten ordentlichen) Obhut abholen.
Mein Sohn fand das total witzig.

Nächste Szene: Deutschlnd, morgens früh um Sieben. Papa kommt mit verklebten Augen ins Kinderzimmer, um der jungen Dame die Windeln zu wechseln und sie fürs Frühstück anzuziehen. Wer sitzt mit breitem Grinsen vor dem Gitterbett? Natürlich ihr liebevoller Bruder. Und was kräht sie mir als Morgengruß entgegen?
"Aschloooo".

Danke, Sohnemann. Kein Wunder, dass die Forschung gemischte Ergebnisse zur Frage hat, welche Rolle ältere Geschwister auf die Sprachentwicklung haben (kurz zusammengefasst: wohl keine anhaltenden). Zumindest weiß ich jetzt aus erster Hand, dass das Kino die Jugend verdirbt.

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