Guglhupf-Battle: der sportliche Ehrgeiz, Männer und der Kuchen

Ein langgezogenes Heulen gellt durch das Haus. Doch der Protestschrei kommt nicht wie üblich von der zweijährigen Prinzessin, und auch nicht von ihrem großen Bruder. Nein, es ist paparockt selber, der frustriert vor der Küchenspüle steht. Er blickt entgeistert auf die schaumgefüllte Teigschüssel, die dort eingeweicht wird um später geputzt zu werden.
Der pinke Planet.
"Die war doch noch nicht ausgeleckt!"
"Stell dich nicht so an! Woher soll ich das wissen?", wehrt sich Mama.
"Ich hab extra einen Teig ohne Ei gewählt!"
"Macht euren Kuchen doch alleine", schimpft die ordnungsliebende Mutter und zieht sich aus dem Backbetrieb zurück, um von der Kommentatorenbank weiter ihren nützlichen Beitrag zu leisten. Das soll auch so sein: diese Gugelhupf-Battle ist schließlich ein Bake-Off der Väterblogger DADDYlicious, linsensicht und DerPapaOnline, organisiert und gefördert von Tschibo. Stimmt jetzt und hier für uns ab!

Vor dieser Herausforderung muss natürlich was besonderes in die Backröhre. Nicht nur ein Guglhupf, nein, ein Kunstwerk soll es sein. Lecker und ausdrucksstark. Bildungsfördernd natürlich auch - schließlich sind wir Helikopter-Eltern. Da muss alles immer perfekt sein.

Glitzer, den man essen kann. Perfekt.
Ich bin überrascht, dass mein Laptop mir die faustdicke Lüge im letzten Satz verziehen hat und nicht spontan abgeraucht ist. Nun, dann erzähle ich jetzt die Geschichte von Mars, Phobos, Deimos und dem Todesstern.
Es begann mit dem Paket von Tschibo, dass uns die nötige Ausrüstung für unser Bake-Off verschaffte. Zu sagen dass dieser Papa von den Möglichkeiten erschlagen war, die sich boten, ist untertrieben. So viel Unsinn wie uns mit der Candy-Crush-Mühle einfällt würde alleine einen ganzen Blogpost füllen. Aber immerhin: die Kreativität war geweckt, ebenso der Neugier. Nicht nur einen Kuchen wollten wir backen, nein, ein Kunstwerk. Mein Blick fiel auf die Cupcake-Formen, die neben dem Guglhupf wie Zwerge wirkten. Ich hatte eine Idee.

Mit diesem fantastischen Set kann nichts mehr schiefgehen.
"Welchen Planeten willst du machen?"
"Mars", sagte mein Brainy.
"Der hat aber nur zwei Monde." Ich hielt zwei der Silikonförmchen in die Höhe.
"Und den Todesstern."
"Na gut, den auch", gestand ich zu und nahm eine dritte Cupcake-Form. "Weißt du einen anderen Namen für Mars?"
"Barsoom. Und die Erde ist Cossum".
"Sehr gut. Mal schauen. Wir brauchen Rot und Grau..."
Wer schon mal Kuchen verziert hat weiß, dass das nicht die einfachsten Farben für eine Glasur sind. Pastelltöne sind leicht. Wir beschlossen, weiße und Zartbitterschokolade mit roter bzw. blauer Lebensmittelfarbe zu versetzen, um Mars und Todesstern gestalten zu können. Die beiden kleinen grauen Marsmonde würden wir nebenher aus beidem mischen.

Wir machten und ans Werk und mixten einen Apfelmus/Bananen-Guglhupfteig. Das Rezept findet ihr hier

Unser Mars-Gugelhupf mit beiden Monden, fotografiert von der Sonde Curiosity.

Die Mondlandung ist gefälscht, der Mars auch.

Nachdem wir das Rühren und Backen mit Bravour gemeistert hatten (die Prinzessin mit ihren zwei Jahren war hoch interessiert und wir hatten alle Hände voll zu tun, ihren Enthusiamus in nutzbringende Bahnen zu lenken), kam der spaßigste Part: die Dekoration. Es galt, den Mars möglichst originalgetreu nachzubilden. Doch es zeigte sich, dass Rot einfach keine Kuchenfarbe ist.
Wir brachten nur ein hübsches Rosa zustande, aber daran freute sich unsere Pinkfetischistin um so mehr. Im Rahmen dieser leichten Farbverzerrung kamen wir unserer künstlerischen Intention aber sehr nahe, wie diese Bilder beweisen:
Der Rote Planet.Vom Original kaum zu unterscheiden. Das Loch in der Mitte verrät die Nachbildung

Vor allem die Nahaufnahmen der Oberfläche sind überzeugend:
Die Marsoberfläche wie sie Pathfinder sieht.Unsere Marsoberfläche - täuschend ähnlich, oder?




Das happy End: wir essen den Kuchen.

Die Schokolade war noch nicht trocken, da konnten wir uns schon nicht mehr zurückhalten und haben unseren Apfel/Banane-Guglhupf angeschnitten und verspeist. Auch einer der Monde musste dran glauben. "Die Banane hätt's nicht gebraucht", meinte Mama, blieb mit ihrer Meinung aber allein. Der Cupcake-Mond war ein bisschen zu knusprig, das nächste Mal nehmen wir die kleinen Stücke nach der Hälfte der Zeit raus.
Wir haben es keine 5 Minuten lang ausgehalten,
nach der Fertigstellung nicht zuzuschlagen.
Insgesamt hat der Mars keine 48 Stunden lang überlebt - Omas, Opas, Tanten und Onkel haben alle fleißig und mit Begeisterung geholfen, unseren Erfolg beim Backen zu bestätigen. Jetzt ist es an euch, liebe Leser, uns auch beim Tschibo Gugelhupf-Battle auszuzeichnen. Läuft euch bei dem Bildern oben nicht das Wasser im Munde zusammen?

Bilder des Mars von der NASA.

Kommentare

  1. Klasse! ihr hattet wohl sehr viel Spaß und dazu noch die tolle Geschichte. Ich drück euch die Daumen.

    LG
    Chris

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    1. Oh ja. Ich bin gespannt, wie das Voting ausgeht (wenn es denn mal anfängt). Wobei ich den Verdacht habe, dass wir beide nur moralischer Sieger werden.

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  2. Ich bin ja sehr angetan von Euch backenden Vätern :-)
    Aber alle liefern 1A Ergebnisse ab. Da kann man wirklich nicht meckern!
    Liebe Grüße
    Suse

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