Fille Fatale

Mein Sohn ist super-jungsmäßig unterwegs, vom Raufen über Star Wars bis hin zur Sammel/Tausch-Leidenschaft. Meine Tochter ist die totale Prinzessin, eine kleine Zicke und Charmeurin. Nach fünf Jahren, in denen ich Vater nur eines Jungen war (und Onkel von drei weiteren) ist das eine überraschende Abwechslung. Bisher ging der Weg aus dem Haus ungefähr so:
Bild unter CC von jocke

"Schatz, komm' zieh deine Jacke an."
"Nein."
"Doch. Komm, ein Arm, dann der andere Arm."
(Jacke angezogen)

Das war einmal. Heute spielt der Sohn, ABC-Schütze, gelangweilt mit seinen Star Wars-Karten und vertreibt sich die Zeit, während sich das hier abspielt:


"Schatz, komm' zieh die Jacke an."
"Nein. Rosa."
"Die Rosa Jacke? "
"Ja."
"Ok, hier."
"Nein, blau. Nicht rosa."
"Doch die blaue? Warte mal, wo ist die denn, ich... Können wir nicht doch die rosa? Die passt so gut zu deinen Schuhen."
"Nein. Blau bessa. "
"Komm, ein Arm, dann."
"Nein!"
(Jacke wird nicht angezogen. Papa macht sich auf die Suche nach der blauen Winterjacke, die schon irgendwo im Keller weggeräumt war, und packt die rosa Frühlingsjacke heimlich ein, wenn es der Prinzessin zu warm wird. Dann beginnt der Kampf, dem Sohn die Sammelkarten abzunehmen.)

Da ist es witzig, die Schilderung einer Mutter zu lesen, die immer gehofft hatte, kein Prinzesschen zu kriegen sondern eine starke kleine Frau heran zu ziehen - und sich manchmal fragt, ob sie nicht ein bisschen zu viel des Guten bekommen hat: Parenting the Non-Girlie Girl

Wäre ich genau so glücklich mit einer Prinzessin, die mehr Ganzer Kerl (TM) ist? Oder schmeichelt mir der Gedanke, jemanden gezeugt zu haben, der ganz offensichtlich jetzt schon mehr Modegeschmack hat als ich?

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