Hund und Katze: ein Opfer, dass Eltern für ihre Kinder bringen

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Unsere Mist-Katze. Pisst in den Keller, kotzt nachts auf den Teppich, schreit rum wenn die Kinder schlafen. Ich wünschte wir wären sie los. Das war nicht immer so: ich habe seit 20 Jahren Katzen, und habe sie immer geliebt. Bis unser erstes Baby kam. Jetzt ertrage ich das Haustier, weil ich weiß dass es gut für meine Kinder ist. Unser Sohn wünscht sich übrigens einen Hund. Eine der wenigen Dinge, bei denen Mama und Papa sich sofort und ohne Absprache einig waren ist die Antwort: nur über unsere Leiche. Die Katze ist übrigens unserer Meinung
Nach dem lauten Wehklagen der Einleitung muss ich eine Lanze brechen für unseren grauen Tiger. Sie ist eine perfekte Kinderkatze. Geduldig, pazifistisch, freundlich. Sie beißt und kratzt nie, selbst wenn wieder so ein Wackelmensch ihren Schwanz erwischt. Sie geht einfach, wenn ihr das Gestreichel zu viel wird. Sie putzt unter dem Tisch Essensreste auf (habt ihr den Vorfilm zu Baymax gesehen? Haustiere lieben kleine Kinder). Sie war selber Mama eines Wurfs, und Adoptivtante eines weiteren. Das gibt ihr vielleicht ein Verständnis dafür, dass Kinder einen besonderen Status genießen. Ab und zu, nachts wenn die Bälger schlafen kuschelt sie sehr zutraulich. Sie legt sich zu uns ins Bett uns hält uns warm.

Tiere sind Stress

Aber die Wahrheit ist: die Katze ist ein Streß, den wir nicht brauchen können. Sie macht Dreck, sie macht Ärger. Mama hat eine leichte Allergie. Die Nachbarn beschweren sich, wenn das Tier zu Besuch kommt, sich ins Haus schleicht und da hinmacht - zu Recht. Eigentlich sollten wir einen Weg suchen, sie los zu werden. Aus Rücksicht auf unsere geistige Gesundheit.

Tiere sind ein bisschen ungesund

Es gibt auch immer wieder die Frage, ob Haustiere sicher sind. Sie übertragen Keime und Parasiten. Hunde können beißen, Katzen kratzen. In seltenen Fällen ersticken sie Babys aus Versehen, wenn sie sich drauf setzen. Warum also haben wir das haarende Fellknäuel behalten, als Mama schwanger wurde.

Tiere sind gut für die Entwicklung und gegen Allergien

Es gab drei Gründe. Drei gute: Verwantwortung, Gesundheit und Entwicklung.

  • Verantwortung: Zum einen sind wir unserem langjährigen Lebensgefährten Katze schuldig, dass wir sie nicht einfach abschieben. Was wären wir für eine Familie (und was würden wir unseren Kindern damit signalisieren?) 
  • Gesundheit: Zweitens zeigen Studien, dass Haustiere Kinder vor Allergien schützen. Das lässt sich anekdotisch gut belegen: wo unsere Nachbarskinder, Verwandten und Bekannten von Früh an mit Tieren in Kontakt waren, sind Allergien selten. Dreck ist gesund. Meine biologisch geschulten Freunde bestätigen das: unser Immunsystem muss lernen, was gefährlich ist und was nicht. Wenn es nichts zu tun bekommt, langweilt es sich und fängt an mit der Kanone auf Spatzen zu schießen, also mit einer allergischen Reaktion auf harmlose Aminosäuren in Allergenen.
  • Entwicklung: Drittens sind Tiere eine Gelegenheit für Kinder zu lernen, was es bedeutet Verantwortung zu haben und wie man damit umgeht - siehe den ersten Punkt. Vielleicht noch mehr wenn man unser bisweilen deutliches Schimpfen über die Katze in Betracht zieht. Manche Sachen muss man machen, auch wenn man keine Lust darauf hat (und - meine Herren! - das darf unser Zweitklässler gerne beliebig oft vorgemacht bekommen.) Tiere schulen den Charakter. Oder anders gesagt "Calvin, go and do something you hate. It builds character."
Ich geh mal Katzenklo putzen...

Bild unter cc von Paul Anderson (https://www.flickr.com/photos/wackyvorlon/)

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