Es war nicht die einfachste Woche. Manchmal ist es eben hart im Job, manchmal fühlt man sich ziemlich am Limit. Und dann erwischt einen sowas auf dem falschen Fuß, und die banalsten Sachen sind vielleicht nur ein Auslöser, dass auch ein gestandenes Mannsbild weint. Bei mir war es die Wickelkommode. Klingt albern? Ist es auch. Nüchtern betrachtet.
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Nüchtern betrachtet. Foto von User:FML
Ich kam gestern spät heim, alle schliefen schon, und schlich auf dem Weg ins Bett noch mal am Kinderzimmer vorbei. Dort lagen meine kleinen Chaoten wie immer kreuz und quer im weiteren Umkreis von Bett und Matratze und schliefen mit dem sanften Schnaufen, dass ich im ganzen Haus hören kann. Der Rest des Zimmers war zugestellt mit den Einzelteilen der Wickelkommode und dem Inhalt der Fächer und Schubladen. Die Auflage lehnte am Türrahmen, die Windeln stapelten sich am Schrank, die leeren Creme- und Puderverpackungen füllten den Papierkorb (wir sind manchmal etwas unorganisiert). Kurz: die Zeit der Windeln ist ein für allemal vorbei. Ich begann zu weinen.

Vielleicht weil es unerwartet war, oder weil es spät war, oder weil ich zur Zeit unter Anspannung stehe. Es ist eine super Zeit für die Kinder - alles wird neu, Schule und Kindergarten, dazu die Ferien. Sie freuen sich. Nur Papa ist komisch drauf.

Vielleicht auch nur urlaubsreif. Nie wieder stinkende Windelbeutel raus bringen. Das hat doch was.

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