Und was lernst DU, Papa?

Schule
Nur Kinder gehen zur Schule - das Verkehrsschild befiehlt es so. Foto hannah alkadi / flickr
Montag ist der schlimmste Tag. Freitag der beste (Sport und Mathe!). So weit hat mein Sohn die Welt schon verstanden. Wir arbeiten, er geht in die Schule. So weit auch klar. Aber: arbeitet er nichts (doch, als Linienrichter) und lernen seine Eltern gar nichts mehr? Die Antwort ist ein bisschen komplizierter. Gott sei Dank. Schule fände ich heute genau so blöd wie früher.
Daddyllicious haben in ihrem Blogpost ganz gut eingefangen, in welchen zweitlichen Grenzen sich ein Berufstätiger Elternteil bewegt, sei es Mama oder Papa. Wenn ich mal fünf Minuten Zeit habe um mir den Bart zu stutzen ist das schon viel ("Ich bin nicht Hipster, Rasieren dauert einfach zu lange"). Fortbildungen im Beruf wären eine feine Sache, aber zeitlich nicht zu machen.

Weil ich aber in einer kleinen Agentur arbeite, stellt sich die Frage nicht. Wir schulen uns gegenseitig (es gibt eine wöchentliche "University"), alle Jubeljahre kriegen wir ein Coaching (und das hat es in sich wie ein doppelter Espresso). Das meiste ist aber: Learning on the job.

Das ist nicht das Gleiche wie Learning by Doing - wir sind mit durchschnittlich 10 Jahren Berufserfahrung ein ausgesprochen routiniertes Team, und arbeiten prinzipiell zu Mehreren an jedem Projekt. Aber es bedeutet eben doch, dass immer einer von uns was Neues macht. Was fantastisch ist. Letzte Woche waren es für mich LinkedIn Inmails und Google Conversions - beides außerhalb meines eigentlichen Berufsbildes, aber eine sehr gute Ergänzung.

Hier kommt eine Geisteshaltung zum Tragen, die der digitalen Generation zueigen ist (und ich bin offiziell zu alt für einen Digital Native, habe aber trotzdem schon als Fünftklässler mit Computern gearbeitet. Naja, gespielt. Aber im Zeitalter von Load "*",8,1 sind die Übergänge fließend. Tatsache ist: jede Software, jede neue Arbeitstechnik eignet man sich am besten als Autodidakt an. Das ist kein Bug in der Ausbildung der 2000er, das ist ein Feature. Nur so kann man sich im Digitalen zurechtfinden. Wenn es mal so weit ist, sind Fortbildungen fast schon langweilig. Wie finde ich das richtige Level an Schulung um nich nicht zu langweilen, aber trotzdem noch was mitzubekommen? Der Ansatz Learning on the Job ist da nicht der Schlechteste.

Das hat natürlich Grenzen. Völlig neue Felder lassen sich nicht erschließen. BWL kriegt man eben doch nur von Leuten mit, die es gelernt haben (bei uns? Fehlanzeige). Darum auch die Teilnahme an diesem Blogstöckchen der IUBH Fernstudium - das Thema geht mir schon eine Weile lang im Kopf herum. Und wenn ich tatsächlich ein iPad gewinne, weiß auch schon wohin damit: zu unseren neuen Nachbarn, die Fortbildung und digitale Infrastruktur dringender brauchen.

Wie erkläre ich das meiner Kindergärtnerin, wenn sie das nächste Mal fragt "Du gehst nicht zur Schule?" Gute Frage - die Antwort entdecke ich sicher ad hoc, oder "on the job".

Kommentare

  1. Hallo paparockt,

    vielen Dank für Deinen Beitrag zu unserer Blogparade. Und Du hast eines von den ipads gewonnen. Inkl. Gutschein für eine Weiterbildung. Herzlichen Glückwunsch!

    Deine Ansprechpartnerin bei der IUBH für den Versand des Gewinns ist Ramona Frick (r.frick@iubh-fernstudium.de).

    Viel Spaß damit und schönes Wochenende!
    Eine Zusammenfassung findest Du aktuell auf unserer Seite.

    Greets
    Mark

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Mit Kindern im Elsass: ein unterschätztes, geiles Urlaubsziel

Nackt schlafen, in einem Bett mit den Kindern

Elite-Namen