Wo bist Du, neuer Vater?

Letzte Woche war KiGa-Ausflug. Ich habe mir einen Tag frei genommen und bin als Belgeleitperson mit gegangen. Am Nachmittag war Kindergeburtstag, mit Eltern. Auch da war ich zusammen mit meinem Sohn.

Beide Male war ich der einzige Mann – einmal im Kreis von sieben Müttern, das andere Mal von dreien. Der vielgerühmte Neue Vater war wohl verhindert. Dabei kenne ich von den KiGa-Papas ein paar, und hätte sie durchaus so eingeschätzt, dass sie mal mitkommen (umso mehr, als es um ein Flugzeugmuseum ging – also eigentlich ein eher männlich besetztes Thema). Aber Fehlanzeige.

Warum ist das so? Sind wir Papas in Deutschland wirklich noch nicht so weit, dass wir die Erziehung als wichtige Aufgabe sehen – so wichtig, dass wir Urlaubstage dafür opfern? Ein naheliegender Verdacht. Allerdings fallen mir mindestens noch zwei alternative Erklärungen ein:


a) es macht nicht viel Spaß, mit sieben Mamis einen Ausflug zu machen. Sieben Papis wäre interessanter.

b)
die Urlaubtage hebt sich der arbeitende Papa für Familienausflüge mit der (nicht oder halbtags arbeitenden) Mama und Kind auf – zum Wohl der Familie und keineswegs aus egoistischen Gründen

Beides finde ich naheliegend. Mit Janiks Papa hätte ich mich toll über Radreparaturen unterhalten können, während die kleinen Schrate Fangen spielen. Aber weder er noch seine sehr nette Frau waren da. Und gemeinsame Tage mit der (Vollzeit arbeitenden, danke der Nachfrage) Mama gibt es sowieso viel zu wenige. Gerade jetzt im Sommer.


Auf der anderen Seite war es ein tolles Erlebnis, meinen Brainbug mal im Kreis seiner Freunde zu erleben. Ihm hat es sicher geholfen, seinen Einzelkind-Anspruch ein wenig zu relativieren. (Papa muss eben auch mal für die anderen Kinder da sein.)


Vielleicht sollte ich das nächste Mal einfach vorher die anderen Papas ansprechen, und wir organisieren uns. Es gibt Beispiele, dass das funktioniert: ein Vater-Kind-Zelt-Wochenende etwa. Wobei mir das ein bisschen zu viel wäre, so auf Anhieb. Auch über Radmechaniken kann man nicht ein ganzes Wochenende reden.

Foto: Ryan Smith Photography

Kommentare

  1. Heute waren bei uns (zugegeben seltenste) mit mir drei Männer in der Krabbelgruppe. Einer hatte Urlaub, kam mit Frau der andere Papa weil er Gleitzeit hatte. War ganz OK. Dennoch: Papis lasst euch blicken, eure Kinder wünschen sich das!

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