#heforshe sollte für meinen Sohn und meine Tochter selbstverständlich sein

Emma Watson hat mich zu HeForShe eingeladen. Wie könnte ich da widersprechen. Zumal das meiste, was sie in ihrer UN-Rede sagt Sinn ergibt. In einem Maße sogar, dass ich mich fast wundere, dass es nötig ist davon zu reden. Aber nur fast: die Welt ist ja offensichtlich noch sehr weit von einer Gleichbehandlung der Geschlechter entfernt. Als Vater eines Sohnes und einer Tochter versuche ich, den beiden eine aufgeklärtere Sichtweise zu vermitteln, und vorzuleben. Was nicht einfach ist: Frau Watson selber sagt ja "Ich habe gesehen, wie die Gesellschaft die Elternrolle meines Vaters Rolle geringer wertet." Was mich zu einem kleinen Nebengedanken zur Frage der Gehältergerechtigkeit verführt hat: Väter kriegen nämlich statistisch gesehen mehr Geld. Und das ist ungerecht auch den Männern gegenüber.

Klingt das verwunderlich? Die Zahlen sprechen für sich. 6 Prozent mehr Gehalt für Väter gegenüber kinderlosen Männern, wobei Frauen pro Kind 4 Prozent weniger verdienen. (Unverheiratete, kinderlose Frauen verdienen übrigens auch 4 Prozent weniger als der Durchschnitt. Sozusagen mal auf Verdacht es könnte ein Kind kommen.) Ich will nicht bestreiten, dass Arbeitgeber ihre Gründe haben, Väter zu bevorzugen, im Gegenteil: die Gründe sind, was ich als Problem sehe.

Dass Väter mehr bekommen als andere Männer liegt vermutlich daran, dass sie verlässlicher sein dürften: weniger Karrieresprünge, weniger Überraschungen (eine Heirat verbunden mit einem Umzug in eine andere Stadt, also weg vom Job). Arbeitgeber möchten die Investition in ihren Mitarbeiter langfristig sicher sehen. Also sind Papas besser. Die bleiben mal mindestens bis zur Midlife-Crisis.

Und das ist der Knackpunkt: warum nicht Mütter auch. Die verschiedenen Rollen, die offenbar Vater und Mutter zurgewiesen werden, wirken sich hier auf das Gehaltsniveau aus und zementieren die Rolleneinteilung zusätzlich. Es wäre auch für meine Frau und mich finanzieller Blödsinn, wenn ich nur noch halbtags arbeitete. Ich fänd' das toll, eine erweiterte Elternrolle zu haben. Aber es wird nichts werden, Lottogewinne mal ausgenommen.

Also, liebe Emma. Ich bin dabei. Mein Sohn wird vielleicht mal in einer Welt leben, wo seine Frau und er die wirklich freie Wahl haben, wie sie die Kinderbetreuung aufteilen wollen. Das finde ich ein Ziel, auf das es hinzuarbeiten lohnt.

P.S. Hey, kein einziges Mal habe ich in dem ganzen Artikel von dem Film mit den Zauberern gesprochen. Das hat nicht mal Frau Watson selber in ihrer Ansprache geschafft.

P.P.S. Kudos to you, Emma Watson. Wie das Internetecho zeigt, halten Sie es mit Rostand: "Man soll der Ehre, Zielscheibe sein zu dürfen, nicht entsagen."

P.P.P.S. Das #shutdown4chan Echo auf das Echo im Internet macht aber wieder Hoffnung.

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