Neue alberne Erkenntnisse, wie man Kinder zu Gemüse überredet

Polar bear
So wünschen sich Eltern ihre Kinder.
(Vielleicht nicht so haarig.)
Ich wette meine Tochter ist genau wie eure Kinder. Wiener gehen immer. Nudeln manchmal, Obst und Gemüse selten. Viel zu selten für meinen Geschmack. Ich will doch ein gesundes Kind. Deswegen spitze ich die Ohren, wenn es um die Essgewohnheiten von Kindern geht. Zwei relevante Ergebnisse aus letzter Zeit: die Lust zur Abwechslung fängt früh an, und wenn sie auch nur aus zweiter Hand (ähm, eigentlich "Brust") geschieht. Und: actionreiches TV hilft (vielleicht).

Neues Essen gleich von Anfang an.

Die erste Nachricht ist nicht so überraschend: früh übt sich, wer keine Scheu vor Neuem hat. Aber wie früh Kinder lernen, nicht automatisch "Nein" zu sagen bei ungewohntem Essen ("Jetzt probier doch mal die Kumquat. Nur dran lecken!") hat mich doch überrascht. Schon mit einem Jahr scheinen die Weichen gestellt zu werden (oder aber es zeigt sich zu dem Zeitpunkt, was für ein Typ der Knirps ist: Allesprobierer oder Nudelfan.) Besonders pikant: Flaschenkinder sind weniger Abwechslung gewöhnt als solche, die gestillt werden. Die Ernährung der Mutter kann den Geschmack ihrer Milch beeinflussen, und damit den Säugling an verschiedene Geschmäcker gewöhnen. Wer immer die gleiche Pulvermilch bekommt, lernt das nicht.
(ganz abwegiger Nebengedanke: Ich erinnere mich an die bisweilen wunden Brüste mancher Mütter, und den leichten Geschmack nach Blut, den ihre Kinder damit erlebt haben dürften. Sind die hinterher weniger oft Vegetarier?)

Action im Fernsehen lässt Leute Karotten essen

Weinbergschnecke, schön gemütlich in die Neue Woche ;-))
Finger weg von Action-Filmen. Die machen Schnecken dick,
OK, OK, ich bin spitzfindig. Eigentlich lautet das Ergebnis einer Studie der Cornell Universität, dass Actionfilme Appetit machen - mehr als Talkshows etwa. Die Sache mit Karotten ist eher ein Nebenergebnis: wer Action guckt, isst fast das Doppelte - aber nur die Hälfte mehr Kalorien. Der Grund ist, dass häufiger zu Karotten gegriffen wird, die pro Gewicht weniger Energie liefern (solange man keine Weinbergschnecke ist. Die kann Zellulose aufspalten.)

Klingt naheliegend. Wenn ich knabbere, versuche ich auch bei unfettigem, unsynthetischem Essen zu bleiben. Klappt nicht immer. Horrorfilme vor allem sind ein Gummibärchen-Massaker. Aber wenn ich darüber nachdenke, hatte ich die besten Ergebnisse beim Verfüttern von Rohkost und Gemüse an meine Kinder auch beim Fernsehen. Das geht so weit, dass sie sogar von sich aus darum bitten. Dass hyper-aktive TV-Programm nicht gut für Kinder sind, wissen wir ja schon. Aber vielleicht haben sie ja doch einen Vorteil, wenn es um die Ernährung geht.

Wenn mein kleiner Fußballstar und die Prinzessin also das nächste Mal von Oma kommen und bis oben hin voll mit Haribo sind, setzte ich sie vor die Glotze, und baue die Karotten-und Gurkensticks in der Mitte auf. Toll, nicht?

Spaß beiseite: der Gedanke, neues Essen erst mal auf diesem Weg zu kredenzen ist einen Feldversuch wert. Vielleicht mal Weinbergschnecken? Die Grande Nation kann ja in Punkto Essen nicht irren, oder?

Bild von Angi English  und baerchen57 unter cc

Kommentare

  1. Wir haben zum Glück keinerlei Probleme mit unserem Sohn (2 Jahre)
    Er isst ausnahmslos alles, was wir ihm vor die Nase setzen.

    Ich bilde mir ein, dass es an uns liegt. Wir sind keine Kostverächter, kochen prinzipiell frisch/selbst ohne fertigprodukte, nutzen unseren Garten soweit das doofe Wetter eine Ernte zu lässt, und sind sehr abwechlungsreich in der Wahl der Speisen.
    Hering, Sardienen, Schweineohren und Hühnerfüße landen bei uns auf dem Teller, genauso wie Weinbergschnecken, Schweinebäckchen und chinesisch zubereiteter Schweinedarm.
    Ganz überrascht waren wir bei frischen grünen Oliven, und Kapern. Die konnte ich als Kind, bis kurz vor dem 20ten Lebensjahr auf den Tod nicht ausstehen. Unser Kleiner steht drauf. Vielleicht liegt es daran, dass meine Frau mächtig auf diese herzhaften Dinge steht.
    Letztens beim Inder hat mir mein Sohnemann mein Curry weggessen, und ich musste sein trockenes Bireany essen, was wir vorsichtshalber für Ihn bestellt hatten.

    Meine Theorie: er hat einfach die Befürchtung, wenn er etwas nicht essen will, bekommt er ein Backup-Gläschen, welche wir für wirre Kochexperimente immer zu Hause haben.

    Am Wochenende gehts auf eine Orientalische Hochzeit... mal sehen, wie er sich mit der arabischen Küche versteht :)


    Wir sind auch gespannt, ob irgendwann eine Zeit kommen wird, wo er auch mal was ablehnt. Wir gehen jedenfalls mit gutem Beispiel voran.

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  2. ... *lach*
    Was für geniale Gedanken!
    Ich glaube den Feldversuch mit den Gemüse stix werde ich bei unserer großen testen.
    Ich habe zwei Mäuse. Die große war ein Flaschen Kind und ist absolut wählerisch in ihrem Essen. Ich hänge wirklich alles ausprobiert.
    Die Mini ist ein Still - Kind und ihr kann ich quasi alles an essen hinstellen und sie isst es.

    Es scheint wirklich etwas an der Theorie dran zu sein ;)

    Lg sufo2

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  3. Ist bei uns wechselhaft. Gurken und Paprika geht immer. Mittlerweile gehen Karotten nur wenn sie mit Frischkäse gedippt werden, aber warum auch nicht. Tja, Weinbergschnecken dürften bei uns weg sein. Genauso wie Oliven...

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  4. @mamasmaeuse Lass uns wissen wie die Stix laufen (und bei welchem Film :) @zwillingswelten bei uns sind die Karotten am wechselhaftesten. Vielleicht ein Zahnungsproblem...

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  5. Das kann ich nur bestätigen: Wir haben früh versucht, sehr abwechslungsreich für den kleinen Mann zu kochen - und er ist heute sehr offen für Neues und hat ein breites kulinarisches Spektrum. (Wer Lust hat, etwas zu meinen Recherchen zu dem Thema zu lesen: http://mitkindundkoch.blogspot.de/2014/03/abwechslungsreichtum.html)

    Allerdings: Jetzt, mit 2 Jahren, fängt es langsam an, dass er auch mal etwas nicht mag und den Teller wegschiebt - um dann am nächsten Tag wiederum 3 Teller davon zu essen... Ich glaube, wer seinem Kind früh vermitteln kann, dass Essen etwas Tolles ist, und viel Verschiedenes anbietet, wird später die Früchte ernten - und muss sich zwischendrin nicht grämen, wenn Gemüse verschmäht wird und Gummibärchen grad viel toller sind. So waren wir doch alle.

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