Warum die Hoffnung der Zeitungen noch auf sich warten lässt. (Tipp: es geht um T**ten)

Heute schweife ich thematisch ab. Der einzige Zusammenhang dieses Textes mit meinem Zweijährigen liegt in der Frage "Wie wird er mal seine Zeitung lesen"?. Heut schaut er mit großer Neugier der Mama über die Schulter (OK, naja, nein. Er sitzt auf ihrem Schoß) und lässt sich erklären wer wer ist. "Die Angela" und "Der Obama" und so. Ab und zu ist er auch mal selbst drin, was eine der Nebenwirkungen ist, wenn man Eltern hat die schreiben.

Doch Ach und Weh, die Zeitungen sterben. Alle wissen es, siehe hier und hier oder hier. Die Verantwortlichen machen gerade mehrere der "5 Phasen des Sterbens" gleichzeitig durch. Verleugnung, Verhandeln, Zornen... Keiner kennt ein ideales Gegenmittel, Journalisten werden Abteilungsweise gefeuert, der Umfang der gedruckten Blätter sinkt schneller als die Auflage, die "Generation Praktikum" ist inzwischen in der absoluten Mehrheit (selber schuld) in den Medien.

Alles aus also für die Zeitung? Ich denke nicht, denn es gibt eine schöne Vision von der Zukunft:

"Stellen sie sich vor, sie setzten sich morgens in die U-Bahn, ziehen ihr Zeitungsgerät raus (sagen wir es ist ein leichtes Plastikding von der Größe einer DIN A4-Seite), dass sie gestern nach Feierabend da rein gesteckt hatten und seitdem nicht mehr angefasst, und auf dem Display erscheint gleich mal Seite 1 Ihrer Lieblingszeitung. Bild, FAZ, TAZ, ganz wie sie wollen. Vielleicht auch was ganz anderes, ein Studienbuch, der neuste Roman von Stieg Larsson. Sie entscheiden sich aber, statt dessen was anderes zu lesen. Ein Sachbuch über Obamas Gesundheitsreform, und nach ein paar Handgriffen haben sie es im Internet gefunden und gekauft. Minuten später können sie die erste Seite aufschlagen.
"

Klingt ganz OK, möchte man meinen. Leider erkennt man schon am Verweis auf Obamas Gesundheitsreform, dass es Science Fiction ist. Noch. Das Gerät jedenfalls gibt es schon, und die Sache mit den Büchern funktioniert auch. Nur die Zeitungen haben es verpennt, und lassen sich nicht über diesen "Kindle" genannten Reader abbonieren.

Mir ist heute morgen klar geworden, warum das so ist: als meine Kollegin die neue (winzige) Bildzeitung in der Hand hielt, fiel mein Blick auf das übliche Nakedei-Bild in der unteren Hälfte von Seite 1. Sie wissen schon...

Aber was wird aus dieser Dame, wenn die Zeitung "auf den Kindle" kommt? Bekanntlich ist das Internet ja "für Pornos gemacht":

Harte Konkurrenz also für die Bild-Dame von Seite 1. Aber auf dem "Kindle" kommt weder sie noch der Rest des Angebots an erotischen Bildern zum Tragen, denn der Kindle kann keine Farbe. Nun mögen schwarzweiß-Busen für unsere Urgroßväter toll gewesen sein ("Der Daguerretyp ist für Pornos gemacht"). Aber der heutige Zeitungsleser möchte seine harten Fakten (ähem) möglichst bitte in 3D 32bit-Farbe.

Und daran scheiterts vermutlich. Solange Bild seinen einzigen fehlerfreien Inhalt nicht auf der Zeitung von Morgen anbieten kann, wird unsere größte Boulevardzeitung den Sprung nicht wagen. Und all die anderen Blätter, die kleineren genau wie die größeren, haben nicht den unternehmerischen Mut, es alleine zu probieren. Schließlich sind wir ja nicht in den USA.

Aber vielleicht kommt die Rettung ja doch aus der Generation meines Sohns. Wenn er in zwei, drei Jahren BussiBär oder MickyMaus leist (und zehn Jahr später Lobo und Mangas) dann wäre es Segen, wenn nicht Tausend Heftl in seinem Zimmer auf dem Boden liegen, sondern nur ein (abwaschbarer!) Kindle.

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